Seit jüngstem ist Imogen Poots in Kristen Stewarts Regiedebüt „The Chronology of Water“ im Kino zu sehen. Im Archiv fand sich noch eine Filmbesprechung zu einem früheren Film mit Frau Poots . Das großartig besetzte cineastische Kammerspiel „Saiten des Lebens“ zeigt ein klassisches Streichquartett an einem Wendepunkt. Nach Jahrzehnten droht die weltbekannte Formation auseinanderzubrechen. Regisseur Yaron Zilbermann inszeniert sein Drama zwar etwa zu sicher, aber das Ensemble macht das locker wieder wett.
Der alternde Cellist und Musikprofessor Peter Mitchell (Christopher Walken) bemerkt bei den Proben des weltberühmten klassischen Quartetts“ The Fuge“, dass seine Fingerfertigkeit nachlässt. Die Diagnose ist ernüchternd: Parkinson im Anfangsstadium. Also eröffnet Peter seinen Mitspielern Juliet (Catherine Keener), Robert (Philip Seymour Hoffman) und Daniel (Mark Ivanir), dass er nicht mehr öffentlich auftreten will.
Während Peter versucht eine Ersatzcellistin abzuwerben, zeigen sich die zwischenmenschlichen Probleme der anderen drei Saitenvirtuosen. Die Ehe von Juliet und Robert leidet darunter, dass sich Robert als Künstler nicht richtig wahrgenommen fühlt. Und der ehrgeizige Daniel beginnt eine Affäre mit Alexandra (Imogen Poots), der Tochter von Juliet und Robert. Außerdem ist man sich über die weitere musikalische Ausrichtung des Quartetts nicht einig.
Am Ende der Kunstfertigkeit
Regisseur Yaron Zilberman, der auch die Story entwickelte, seziert den sozialen Mikrokosmos der klassischen Streichquartettformation mit viel Liebe zur Musik und einem großartig aufspielenden Ensemble. Beethovens schwierigem Streichquartett Opus 131 kommt dabei eine zentrale Rolle zu, die auch symbolisch für die Lebensläufe der Musiker und das Bestehen von The Fuge steht. Ebenso wie die musikalischen Schwierigkeiten bei Beethoven sich erst gegen Ende des Stückes zeigen, wird auch das Zusammenspiel und Zusammenleben der Menschen mit zunehmender Dauer schwieriger und konfliktreicher.
Die Geschichte weist einige absehbare Wendungen auf und der Film ist ein wenig risikoarm inszeniert. Die Bilder fließen ruhig und mit der deutlichen Betonung des Menschlichen. Die Musik würde vom Brentano String Quartett eingespielt und ist weit mehr als nur der Taktgeber dieses Dramas. Extem gelungen (und auch ein wenig lehrreich) ist die omnipräsente Einbindung der klassischen Musik.
Zusammen spielen
Christopher Walken („Die durch die Hölle gehen) sticht aufgrund seiner Rolle etwas heraus und weiß seinen an Parkinson leidenden Musiker facetten- und nuancenreich zu spielen. Daneben bringt der ukrainische Schauspieler Mark Ivanir („Schindler’s Liste“, Die Reise des Personalmangers“), der seit mehr als einem Jahrzehnt in Los Angeles lebt, frischen Wind in die Riege der Charakterdarsteller. Sein ehrgeizzerfressener, hochdisziplinierter erster Geiger kann den Hollywood-Schwergewichten locker das Wasser reichen.
Am Ende ist „Saiten des Lebens“ ein gelungenes Drama mit viel hörenswerter klassischer Musik und die gelegentliche Vorhersehbarkeit der Handlung wird nebensächlich.
Saiten des Lebens
OT: A Late Quartett
Genre: Drama
Regie: Yaron Zilberman
Schauspiel: Christopher Walken, Cahterine Keener, Imgen Poopts, Philip Seymour Hoffman.
FSK: ab 12 Jahren
Verleih: Leonine
Kinostart: 02.05.2013
DVD- & BD-VÖ: 13.09.2013


