Parker: Es geht nicht um’s Geld!

Parker, der legendäre Gauner aus der Romanserie von Richard Stark, ist eine perfekte und typische Rolle für Action-Star Jason Statham. Der hat die Rolle des knallharten, eher schweigsamen, aber kontrollierten und unsichtigen Einzelkämpfers beinahe perfektioniert. Auch „Parker“ geht auf einen soliden Rachefeldzug, um seinen Teil der Beute zu bekommen. Solide, altmodische Thriller-Schule.

Parker (Jason Staham) ist ein Gauner mit Ehrenkodex. Dann vermittelt sein alter Freundes und Quasi-Schwiegervaters Hurley (Nick Nolte) ein neues Projekt, auf das sich der Einzelgänger einlässt, und dabei geht einiges schief: Bei einem Überfall auf einen Jahrmarkt in Ohio gibt es unnötige Opfer und Die Gaunertruppe von Melander (Michael Chiklis) prellt Parker um seinen Anteil, weil der nicht in das nächste weit größere Ding reinvestieren will.

Parker kommt gerade so mit dem Leben davon und macht auf die Suche nach seinem Anteil. Melander und Konsorten planen einen Coup in Palm Beach. Hurley warnt Parker zwar vor Melanders Kontakten zu einem mächtigen und brutalen Syndikatsboss, aber der hört nicht; schließlich geht’s ums Prinzip. Um unauffällig in Florida auf die Lauer gehen zu können, sucht Parker als Vorwand eine Wohnung und macht dabei die Bekanntschaft der Maklerin Leslie Rogers (Jennifer Lopez) und die will plötzlich auch ein Stück vom Kuchen.

Autor Donald Westlake hatte den Gentlemen-Gangster und Antihelden „Parker“ 1962 ins Rennen geschickt. Unter dem Pseudonym Richard Stark veröffentlichte er in der Folge etliche Parker-Romane. Als toughe Thriller Noir Serie ist Parker längst Kult, doch den Namen hat er zu Lebzeiten nicht für Verfilmungen hergegeben, Westlake verstarb 2008. Und obwohl es einige Verfilmungen von Parker-Romanen gibt, wie etwa „Payback“ mit Mel Gibson, darf sich der coole Held nun erstmals auch so nennen. „Parker“ basiert auf dem Roman „Flashfire“ („Irgendwann gibt jeder auf“), der 2000 als dritter „neuer“ Parker-Roman erschien, nachdem Richard Stark seinen Helden mehr als 20 Jahre lang hat ausruhen lassen.

„Parker“ ist Action-Kino alter Schule und ein solider Thriller, der allerdings nicht unbedingt mit einer originellen Story glänzt. Immerhin ist der Rachefeldzug der ein-Mann-Armee Parker alias Statham stilvoll inszeniert. Die Kamera ist nah am Geschehen und selten war Filmblut so klebrig. Handfeste Action ist, was Statham am besten kann, und Genrefans kommen auf ihre Kosten.

Regisseur Taylor Hackford („In Auftrag des Teufels“, „Proof of Life“, „Ray“) und Drehbuchautor John J. Mclaughlin („Hitchcock“, „Black Swan“) setzten vor allem darauf, der Vorlage und der Figur Parker gerecht zu werden und das gelingt. Gelegentlich auf Kosten von Tempo, das etwas höher hätte sein können, und Spannung, die selten aufkommt. „Parker“ funktioniert trotzdem, weil mit Jason Staham ein markanter Typ die Rolle übernimmt, der glaubhaft den einsamen Wolf mimt.

Die Figur der Immobilienmaklerin Leslie Rogers überzeugt allerdings nur bedingt: Nach einer Scheidung, bei der ihr Ex-Mann die ganze Kohle mitgenommen hat, kommt sie nur schwer wieder auf die Beine und wohnt momentan bei ihrer Mutter. Jennifer Lopez hinterlässt in dieser Rolle keinen bleibenden Eindruck. Gleiches gilt auch für die andere Frau in Parkers Leben, Hurleys Tochter Claire (Emma Booth) – eine typische Statham Blondine, die im Hintergrund auf ihren Helden wartet und gelegentlich ins Bild rutscht, weil sie in Gefahr ist, oder Statham (hier Parker) verarzten muss.

Vor allem Statham-Fans werden sich ins Kino begeben, um ihren Star abliefern zu sehen. Und das tut er. „Parker“ ist sicher nicht der stärkste Statham Film, aber ein guter. Wer mit „Bank Job“, „Safe – Todsicher“ und „The Mechanik“ klarkam und sich gut unterhalten fühlte, der ist auch bei „Parker“ richtig. Wo Statham draufsteht, ist auch Statham drin.

Film-Wertung 7 out of 10 stars (7 / 10)

Parker
OT: Parker
Genre: Thriller, Krimi, Action
Länge: 118 Minuten, USA, 2012
Regie: Taylor Hackford
Darsteller: Jason Statham, Jennifer Lopez, Michael Chicklis, Nick Nolte
FSK: ab 16 Jahren
Vertrieb: Constantin Film,
Kinostart: 07.002.2013
DVD- & BD-VÖ: 11.07.2013

%d Bloggern gefällt das: