Iron Man – Zeichentrick-Serie: Wie die Bilder laufen lernten

Kurz nachdem “Iron Man”, das Marvel Superhelden-Urgestein,2008 als Realfilm seine fantastische Leinwand-Geburt feierte, kam hierzulande die 1960er Zeichentrick-Serie “Iron Man” in deutscher Version auf den Markt. Für alle die nicht genug bekommen können oder schon immer mehr wissen wollten, ist das ein hinreißend trashiger Ausflug in die Anfangstage des Zeichentricks und eine wohltuende Ergänzung zum High-Tec-Schnickschnack.

Die Grundhandlung von „Iron Man“sollte inzwischen bekannt sein: Der Unternehmer und Milliardär Tony Stark legt sich eine geheime Identität zu. Als “Iron Man” bekämpft er das Böse in hochtechnisierter Rüstung. Im Gegensatz zu den meisten Marvel Helden, war “Iron Man” schon immer ein Global Player, der sich mit den Schurken der ganzen Welt gemessen hat.

In den Sechziger Jahren bedeutete das für die Amerikaner immer auch einen Kampf gegen die östliche Bedrohung, den Kommunismus. So ganz kann sich auch “Iron Man” nicht davon freimachen. Superschurken wie der Mandarin, der Titan-Mann und die Schwarze Witwe kommensamt alle aus der roten Ecke und sind mit entsprechend Klischee-beladenen Sprachakzenten ausgestattet. Der Held hingegen ist häufig genug im Interesse der amerikanischen Regierung oder Öffentlichkeit unterwegs. Es herrschte Kalter Krieg, und das spiegelte sich auch in den Medien wieder. So kommen Action und Dialoge manchmal recht pomadig rüber.

Das liegt allerdings auch an der Animations-Technik. Viel hat sich seither getan und im ersten Moment muten die vielen Standbilder seltsam an. Figuren die bestenfalls ihren Mund bewegen, Ein und dieselben Zeichnung wird mehrmals benutzt oder die munter-bunten Sprechblasen muten seltsam an. ZACK! BUFF! BENG! Aber gerade die aus heutiger Sicht einfachen Stilmittel machen “Iron Man” sehenswert. Jede einzelne Zeichnung ist Handarbeit und die gekonnte Gradwanderung zwischen Zeichenstil und industrieller Vervielfältigung. Die TV-Serie ist so nahe am Medium Comic, wie es bewegten Bildern überhaupt nur möglich ist.

“Iron Man” ist ein typisches Kind seiner Zeit und ein schönes Zeitdokument. Ob für die TV-Folgen eigens Stories entwickelt wurden, oder ob es sich um übertragene Comic-Inhalte handelt, übersteigt mein Wissen. Aber alle wichtigen Elemente und Figuren aus der Comic-Serie tauchen auch in der Serie auf.

Für Fans, Nerds und Sammler von Marvel-Goodies und Superhelden ist “Iron Man” ein wahrer Schatz. Polyband hat gut daran getan, diesen Comic-Klassiker auf den Markt zu bringen. Die 2-DVD ist aber nicht nur für Comic- und Zeichentrickfans interessant.

Serien-wertung 6 out of 10 stars (6 / 10)

Iron Man – Die komplette 1960er Serie
OT: „Iron Man“ aka „The Invincible Iron Man“ – Complete Series,
Genre: Animation, Serie, Superhelden,
Länge: 230 Minuten, (13 Folgen), 1966
Serien-Macher: Larry Lieber
Regie: Clyde Geromini, Sid Marcus
Art Department: Wally Wood, Don Heck,
FSK: ab 12 Jahren
Vertrieb: Polyband
DVD-VÖ: 16.05.2008

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