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Die Brücke-Staffel 3: Die Einschläge kommen näher

25.03.16 (Film, TV-Serien)

BronBroenIIIDie dänisch-schwedisch-deutsche Thrillerproduktion „Die Brücke – Transit in den Tod“ zählt zu den erfolgreichsten skandinavischen Serienformaten überhaupt und wurde in über 200 Ländern ausgestrahlt. Nun erscheint die dritte Staffel des düsteren Thriller-Hits auf DVD und Blu-ray -erneut mit einem in sich abgeschlossenen Fall.  Bei den Ermittlern hat sich allerdings etwas getan: Die eigenwillige schwedische Kommissarin Saga Noren muss mit einem anderen dänischen Kollegen zusammenarbeiten. Und Kollege Henrik Sabroe hat auch so seine Päckchen zu tragen. „Die Brücke – Staffel 3“ ist gewohnt packende Thriller-Unterhaltung.

Als in Malmö eine dänische Gender-Forscherin tot aufgefunden wird, muss die schwedische Kriminalpolizei mit den dänischen Kollegen zusammenarbeiten. Die am Asperger-Syndrom (einer „leichten“ Form von Autismus) erkrankte Kommissarin Saga Noren (Sofia Helin) übernimmt den Fall. Doch weil ihr bisheriger Ansprechpartner auf dänischer Seite im Gefängnis sitzt, bekommt Saga bei den gemeinsamen Ermittlungen eine neue Kollegin zugeteilt. Diese macht allerdings keinen Hehl daraus, dass sie nicht mit der Schwedin zusammenarbeiten will, und setzt alles daran, den Fall wieder abzugeben. Kurz vorher kommt sie bei den Ermittlungen tragisch zu Tode.

BROEN III/BRON III

Der abgelegene Bauwagen des erwachsenen Sohnes des Opfers war mit einem Sprengsatz präpariert. Der traumatisierte Ex-Soldat selbst bleibt unauffindbar und ist zunächst der Hauptverdächtige für den Fall. Obwohl Saga Noren durch den Vorfall verstört ist, will sie die Ermittlungen nicht abgeben und auf dänischer Seite meldet sich der Kommissar Henrik Sabroe freiwillig für die Kooperation mit dem Schweden.

Doch die Ermittlungen laufen schleppend und es fehlt an Spuren und Motiven. Vieles deutet darauf hin, dass es einen politisch motivierten Tathintergrund gibt, denn die Forscherin trat auch als Aktivistin für gleichgeschlechtliche Familienformen in Erscheinung. Als zudem noch ein weiterer bizarrer Mord an einem Geistlichen, der Homosexuelle getraut hat, geschieht, deuten die Spuren in Richtung der dänischen Bloggerin Lise Friis Andersen (Sonja Richter), die aus ihrer Abneigung gegen Schwule und Lesben und auch gegen die beiden Mordopfer im Internet keinen Hehl gemacht hat.

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So richtig klappt die Zusammenarbeit zwischen Saga und Henrik noch nicht, auch weil beide mit privaten Problemen zu kämpfen haben. Hendrik hat seinen Medikamenten- und Aufputschmittelkonsum nicht mehr im Griff und Saga sieht sich plötzlich mit ihrer Mutter konfrontiert, zu der sie den Kontakt seit Jahrzehnten abgebrochen hat. Dabei ist treuen Zuschauern und auch den Serienmachern schon längst klar, dass ihre autistische Kommissarin, grandios gespielt von Sofia Helin, die eigentliche Hauptattraktion des spannenden Thriller-Formats ist. Insofern ist die Ausweitung dieses Aspektes nur folgerichtig und dazu noch erstaunlich dramatisch in die Handlung eingebunden.

Auch in der dritten Staffel liefert „Die Brücke – Transit in den Tod“ hochklassige, extrem spannende Thrillerunterhaltung, wie man das gewohnt ist. Das Motto „Never Change a winning team“, konnte man allerdings nicht gänzlich umsetzen, da der dänische Ermittler Martin (Kim Bodnia) nach den Ereignissen der zweiten Staffel im Gefängnis landet. Aber keine Bange, man versteht den Kriminalfall und auch die persönlichen Verwicklungen im Laufe der aktuellen Staffel auch ohne Vorwissen. Wer darauf nicht verzichten möchte, sollte schleunigst die Staffeln 1 und 2 nachholen. Die entsprechenden Rezensionen finden sich hier (Staffel 1 und Staffel 2).

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Oder aber, man setzt gleich auf die Vollbedienung: Denn zeitglich mit dem Home Entertainment Start der dritten Staffel erscheint (allerdings exklusiv bei Amazon) die Komplettbox der Serie als Fanedition mit zusätzlichem „Hinter den Kulissen“-Material. Die Veröffentlichung der Fanbox deutet darauf hin, dass es von der Erfolgsserie keine weitere Staffel geben wird, offiziell angekündigt ist das allerdings nicht. Fans müssen also abwarten, was da kommen möge.

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Aber zurück zum Geschehen: Hauptautor der Serie Hans Rosenfeldt, der als Schriftsteller auch mit den Krimis um Sebastian Bergman erfolgreich ist, und seine Kollegen sorgen wieder für eine vertrackte Schnitzeljagd mit vielen irreführenden Spuren. Daneben aber rückt das Privatleben der Ermittler gleichfalls stark in den Vordergrund der Serie. Das verändert den Schwerpunkt ein bisschen, denn anders als der frühere Kollege Martin, der inhaltlich die Figur der Saga kontrastierte, hat Henrik seine eigenen Macken. Thure Lindhardt („Tage des Zorns“, „Illuminati“) fügt sich aber großartig in die Figurenkonstellation. Und die sind gerade zu Beginn der Staffel recht irritierend und sehr effektiv inszeniert.

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Die Besetzung kann sie wie immer sehen lassen und die dänischen Charakterdarsteller Sonja Richter („The Homesman“) und Nicolas Bro („Ant-Boy“) vervollständigen die hochkarätige Darstellerriege um zwei intensive Charaktere. Die Regie wechselt sich nicht wie so oft bei Serien episodenweise ab, sondern Hendrik Georgssen, der schon als Episodenregisseur an Staffel 1 und 2 mitgewirkt hat übernimmt dieses Mal die gesamte Regiearbeit. Das scheint auch dazu zu führen, dass das Niveau der unterschiedlichen Episoden nicht so stark variiert. Aber dieser persönliche Eindruck mag täuschen, da die Serie in Skandinavien ja sowieso in zehn einstündigen Episoden ausgestrahlt wird und nicht wie im ZDF in zweistündigen, spielfilmlangen Abschnitten.

Die Brücke – Transit in den Tod Staffel 3“ kann das hohe und düstere Niveau der Serie halten und mit den dänischen Schauspieler Ture Lindgard kommt auch frischer Wind in die Ermittlungen.  Das ist nicht besser, aber anders. Thrillerfans müssen auch über diese Brücke gehen.

Movie Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

BD-Cover_Die_Bruecke_3Die Brücke – Transit in den Tod –  Staffel 3
OT: Broen/Bron 3
Genre: Krimi, Thriller, Serie
Länge: 568 Minuten, DK / S / D 2016,
Regie: Hendrik Georgssen
Idee: Hans Rosenfeldt u.a.
Darsteller: Sofia Helin, Dag Malmberg, Sarah Boberg, Nicolas Bro, Thure Lindhardt
FSK: ab 16 Jahren
Vertrieb: ZDF Enterprises / Edel Motion
DVD-VÖ: 11.03.2016

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