Taschengeld-Tipps # 10/2011

des-satans-satellit-szenenbildSo langsam macht sich der Frühling breit und die Lebensgeister erwachen wieder. Sommerbereifung ist zwar noch nicht angesagt, aber der Winterschlaf ist definit vorbei. Dem Hamburger Publikum wird in dieser Woche ein ganz besonderes Live-Häppchen serviert – exklusiv in Deutschland und die DVDs machen ein Wiedersehen mit alten Bekannten und Unbekannten möglich. Die Wochenempfehlungen:

Findus_MrugallaLIVE: Findus sind mittlerweile zu Wahlhamburgern geworden. Die norddeutsche Punk-Pop-Band hat gerade ihr zweites Album „Mrugalla“ vorgelegt und macht da weiter, wo „Sansibar“ aufhörte. Klar, dass das neue Material auch live unters Volk gebracht werden will. Tourauftakt ist am 15. März im Hafenklang. Danach geht’s auf Deutschlandreise. Wer die Band im vergangenen Herbst als Vorprogramm von Turbostaat sehen konnte, kann sich auf ein Wiedersehen mit Findus freuen. Alle Tourdaten auf der Findus-Myspace-Seite.

Konono_No.1-Congotronics-Album_CoverOb das jetzt Jazz ist, bleibt fraglich. Warum das Konzert als Preview für das herbstliche Überjazzfestival läuft, erschließt sich mir nicht, ist aber auch egal. Mit Konono #1, kommt der gerade Grammy-gekürte musikalische Exportschlager aus dem Kongo auf Europatour. Das einziges Deutschlandkonzert gibt es am Sonntag, 13. März, auf Kampnagel in Hamburg. Genregrenzen gibt es dabei keine, allein die hypnotische Kraft der Musik ist entscheidend. Konono #1 greifen für ihre „Kongotronics“ auch schon mal zu unkonventionellen Instrumenten. Keinesfalls verpassen! Der Rest der musikalisch interessierten Republik ist sowieso schon neidisch.

Biutiful-PosterKINO: So richtig herausragend ist eigentlich keiner der Kinoneustarts. Sicher, die Integrationskomödie „Almanya“ hat ihre Momente und auch das Prä-RAF-Drama „Wer, wenn nicht wir“ zeigt bewegende Charakterstudien. Mir sind beide Themen momentan allerdings zu politisch korrekt und zu ausgelutscht. Auch der renommierte Regisseur Alejandro Inárritu („Babel“, „21 Gram“) kann sich immer noch nicht kurz fassen: Sein oscarnominiertes Kleinganoven-Drama „Biutiful“ ist von Javier Bardem in der Hauptrole zwar grandios gespielt, hat aber (mal wieder) Längen.

DVD: „The Social Network“ hat zwar drei Oscars gewonnen, aber irgendwie hätte man bei acht Nominierungen wohl mehr erwartet. Vor allem, weil der Film lange als heißester Anwärter für den Besten Film galt. Vorbei. Dieser Tage erscheint „The Social Network“ nun für den Hausgebrauch. In der Sammler Edition sind jede Menge Extras zu bestaunen und der Filmnerd bekommt was für sein Geld.

DVD-satans-satellitMit „Des Satans Satellit“ hat das Label Ostalgica eine Trash-Perle aus den 1950ern ausgegraben: Die Marsbewohner finden ihr Klima zu ungastlich und beschließen, den Mars in den Erdorbit zu katapultieren. Dazu brauchen die Marsianer Hilfe von terrestrischen Ganoven und legen sich mit dem furchtlosen Helden Larry Martin an. Ursprünglich war das ein kleines Kino-Serienformat, das 1952 unter dem Titel „Zombies of the Stratosphere“ in den amerikanischen Kinos lief. 1958 hat man die 180 Serienminuten dann für einen Film zusammengeschnipselt und daraus „Des Satans Satellit“ gemacht. Lustigerweise hat Leonard Nimoy aka Mister Spock hier eine seiner ersten Rollen: als fieser Marsianer. Die DVD enthält die deutsche Schwarzweiß-Fassung und eine längere kolorierte Originalfassung des Films, leider nicht die komplette Serie, was für heutige Synchronsprecher bestimmt eine schöne Herausforderung wäre. Ein schrulliger Spaß, wie der Trailer zeigt.

Sehr zu empfehlen ist auf jeden Fall die Erich Kästner Edition in der Universum Kids Reihe. Während die Neuverfilmung der „Konferenz der Tiere“ in ein paar Wochen erscheint, gibt es die Zeichentrickversion aus den 1960ern jetzt schon, ebenso wie „Emil und die Detektive“ und andere Film-Klassiker nach Vorlagen von Erich Kästners legendären Kinderbüchern.

Mastodon_Live_CoverMUSIK: Die Electronica der Woche fallen ziemlich harmlos aus: DJ Vadim & the Electric säuseln ebenso gefällig wie belanglos vor sich hin wie die Looptroop Rockers, davon hatte ich mir mehr versprochen. Auch im Jazzbereich nichts Weltbewegendes. Was gegen die Enttäuschung hilft? Der Trost den richtig harte Männer verbreiten. Mastodon hauen ein Live-Album inklusive DVD raus: „Live at Aragon“. Heftig, gefrickelt, gebrüllt und kraftvoll. Genau so, wie man das von den Jungs erwarten darf.  Das macht schon Spaß.

Kommt sicher durch die Woche.

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