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Doctor Strange 4: Blut im Äther

03.11.17 (Home)

Autor Jason Aaron und Zeichner Chis Bachaldo haben Marvels Magier „Doctor Strange“ eine wahre Frischzellenkur verpasst. Nachdem die Auftakt-Story der aktuellen Serie um Stephen Strange eine ziemlicher Knaller war, könnte man vermuten, dass die beiden Kreatives es nun etwas ruhiger angehen lassen, aber geneigter Leser sei beruhigt: Auch der vierte bei Panini erscheinende Sammelband von „Doctor Strange“ rockt die Villa des Magiers im Village.

An dieser Stelle wie gewohnt bei fortlaufenden Serien der Hinweis, dass es ohne Verweise auf die vorangegangene Handlung einfach keine Sinn macht, sich inhaltlich mit der aktuellen Stand der Dinge zu beschäftigen. Wer die volle Wahrheit will, muss wohl oder übel mit „Doctor Strange 1: Der Preis der Magie“ anfangen. Aber anders als beim dritten Band der Serie, ist hier ein Quereinstieg möglich, denn nahc dem epischen Kampf um den Fortbestand der Magie hat sich die lage scheinbar wieder beruhigt.

„Bekloppte Hipster. Machen auf Druiden. Ich hasse das Village.“

Aber alte Feinde des obersten Magiers Stephen Strange wittern ihre Chance, der scheinbar geschwächten Zauberer vom Antlitz der Erde zu wischen. Aber da haben die Kupferstecher die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn wo Magie versagt, ist Improvisationstalent gefragt, und davon hat Jason Aarons Doctor Strange eine ganze Menge mit auf den Weg bekommen. In den ersten fünf Kapiteln des neuen Storybogens „Blut im Äther“, der mit den US-Ausgaben 12 bis 16 zusammenfällt, schöpft die Serie aus dem Vollen und zaubert eine Überraschung nach der Nächsten aus dem Hemdsärmel. Nu je, die Historie des Marvel Zauberers ist schließlich randvoll mit Feinden und Rivalen.

Leute, um ehrlich zu sein, bin ich inzwischen absoluter Fan des neuen „Doctor Strange“. Neben der fantastischen „Ms. Marvel“, Kamala Kahn, momentan meine Dauerbrenner in Sachen moderne, knackige und einfach großartige Superhelden-Comics. Also nicht wundern, wenn die Lobhudelei einfach nicht nachlässt.

„Der Service hier ist höllisch schlecht.“

Autor Jason Aaron macht vor wirklich gar nichts halt und es scheint beinahe so, als wäre seine ehrfurchtslose Sturm und Drang-Phase noch immer nicht vorbei. Mit welcher Selbstverständlichkeit Aaron sich an die großen Feinde von Doctor Strange heranwagt, ist schon mehr als beeindruckend. Fast in jedem Heft kommt ein weiterer Erzfeind an die Reihe und will seine Kräfte mit dem Obersten Magier messen; „Baron Mardo“, „Nightmare“ und „Satana“ geben sich hier die Klinke in die Hand. Und der kann sich erstaunlicher Weise immer wieder behaupten oder zumindest den Kopf aus der Schlinge ziehen. Okay, Bibliothekarin Stanton und Hausdiener Wong helfen kräftig mit.

„Du bist ein bizarres Geschöpf. Sag mir, spürst du Schmerz?“

Das Artwork, das im Wesentlichen von Aarons toxischem Zwilling Chris Bachaldo stammt, ist einfach nur gigantisch. Irgendwo zwischen einem fast cartoonesken Humorverständnis und einem Faible für Organische Auswüchse der Magie haut Bachaldo ein geniales und dynamisches Panel nach dem Nächsten raus. Die Darstellung der Magie in ihrer physischem Komponente ist sicherlich von dem Genre des „Body Horror“ beeinflusst, nimmt in „Doctor Strange“ aber hinreißend bunte und leicht psychedelische Ausmaße an, die vor Originalität nur so strotzen.

Auch der vierte Band der aktuellen Comic-Serie um Marvels Magier „Doctor Strange“ ist großartig, kurzweilig und entfaltet einen ganz eigenen hypnotischen Zauber, der huldvoller Verneigung verlangt.

Book Rating: ★★★★★★★★★½ 

Doctor Strange 1: Blut im Äther
OT: Dr. Strange (2015) 12-16, Marvel Comics, 2016-2017
Autor: Jason Aaron
Zeichner: Chris Bachalo, et al.
Farben: chirs Bachalo et al.
Übersetzung: Marc-Oliver Frisch
Verlag: Panini Comics, Softcover, 116 Seiten
VÖ: 10.10.2016

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