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Misfits – Staffel 1: Shit, ey! Superkräfte!

12.03.14 (Film, TV-Serien)

MisfitsAngesichts der gerade veröffentlichten vierten Staffel der schrägen britischen Suerhelden-Serie „Misfits“ fand ich es angemessen, auch die anderen Staffeln noch einmal vorzustellen. Seit 2009 flimmert die TV-Serie „ Misfits“ nun schon über britische Bildschirme. Hierzulande war das ausgefallene Serien-Vergnügen zunächst nur auf iTunes zu sehen. Vor etwa zwei Jahren ist die erste Staffel der Serie dann auch bei uns auch als DVD und Blu-ray erschienen.  Ein Haufen zur Sozialarbeit verdonnerter junger Leute bekommt Superkräfte – und kann damit überhaupt nichts anfangen.

MisfitsGleich am ersten Tag ihres Sozialdienstes legen sich Kelly (Laura Socha),  Alisha (Antonia Thomas), Curtis (Nathan Stuart-Jarrett), Simon (Iwan Rheon)  und Nathan (Robert Sheehan) mit ihrem Sozialarbeiter an. Kein Wunder, wenn der Penner den Kids auch extrem dusselig kommt. Als dann plötzlich ein Gewitter aufzieht, geschehen wundersame Veränderungen mit den fünf renitenten Typen: Irgendwie haben sie Superkräfte entwickelt. Kelly kann Gedanken lesen, Simon kann sich unsichtbar machen, Curtis kann die Zeit anhalten und zurückdrehen – oder vielmehr passiert das unkontrolliert, wenn er panisch wird, und Alisha hat eine eigentümliche Wirkung auf Menschen, die sie berühren- alle wollen urplötzlich Sex mit ihr. Nur Nathan hat anscheinend keine Superkraft abbekommen. Dafür ist er von Natur aus mit einem enervierenden Hang zum Dauergeplapper ausgestattet und nimmt auch kein Blatt vor den Mund. Das ist irgendwie auch ‚ne Superkraft.

MisfitsWie auch immer, die Fünf sind nicht die einzigen, die das Gewitter verändert hat und aus dem Sozialarbeiter ist eine Art blutrünstiger Zombie geworden, den die jungen Leute aus dem Weg räumen müssen. In der Folge zieht das etliche Komplikationen nach sich. Bis auf Weiteres versuchen die zum Sozialdienst Verdonnerten so zu tun, als wäre alles normal. Klappt natürlich nicht.

Eigentlich ist die Idee, junge Menschen mit Superkräften auszustatten, nicht wirklich neu, „Heroes“ hat gezeigt wie so etwas in Serienreife funktioniert. Doch die Delinquenten in „Misfits“ sind komplett anders drauf und haben weder vor, die Welt zu retten, noch sonst irgendwie durch massiven Gemeinsinn aufzufallen.  Stattdessen versucht die keine Schicksalsgemeinschaft soviel Spaß zu haben wie irgend möglich; wobei sich die Definitionen , was Spaß ist, ziemlich unterscheiden. So langsam wird aus den fünf renitenten Individuen auch eine Gruppe, sei es nur, um zu vertuschen, dass sie den Sozialarbeiter entsorgen musste.

Misfits„Misfits“ strotzt nur so vor politischer Unkorrektheit, Gossensprache und derbem Humor und die Helden wider Willen sind alles andere als angepasste junge Menschen. Aus dieser Prämisse zieht der britische Serienerfolg, der inzwischen über drei Staffeln läuft, seinen rüden Charme. Im Prinzip ist jeder der fünf mit einer Superkraft ausgestattet, die seiner eigenen Unsicherheit oder Angst entspricht und so reflektiert „Misfits“ auch mit viel derbem, schwarzem Humor, Ironie und Nathans teilweise unerträglichem Dauergelaber die britische Gesellschaft aus Sicht junger Leute. Selbstverständlich strotzt „Misfits“ gleichfalls vor Anspielungen auf die momentan so erfolgreiche Superheldenmasche.

Das Ganze ist zielgruppengerecht schnell geschnitten und aufwändig gefilmt, kommt aber mit wenig Handlung und somit wenig Effekten und viel Dialog aus. Unterlegt ist diese Superhelden-Persiflage mit einem grandiosen Soundtrack: Sowohl der Titelsong mit seiner nervösen, aber eingängigen Hektik weiß eine Punk-Attitüde zu vermitteln als auch die sehr gelungenen Coverversionen, die immer wieder in die Handlung eingebaut werden. Das allein wäre schon überzeugend, aber die rotzige Darstellung eines unangepassten Aufwachsens in einer unübersichtlichen und ignoranten Gesellschaft trifft mehr als nur den Zeitgeist.

Fazit: Die britische TV-Serie „Misfits“ überzeugt mit derbem Charme und ungewöhnlichen Charakteren, ist alles andere als politisch korrekt und macht eben deshalb viel Spaß. Ein absolut cooles Musikkonzept erfreut auch die Ohren. Hypernervöse TV-Unterhaltung für die Post –MTV-Generation.

Movie Rating: ★★★★★★★★½☆ 

misfits-s1-coverMisfits Staffel 1
OT: Misfits – Season 1
Genre: Sci-Fi, Horror, Komödie, Serie
Länge: 270 Minuten
Idee: Howard Overman
Regie: Tom Green, Tom Harper, China Moo-Young
Darsteller: Robert Sheehan, Iwan Rheon, Nathan Stewart-Jarret, Laura Sotcha, Antonia Thomas
FSK: ab 18 Jahren
Vertrieb: Polyband, BBC
DVD- & BD-VÖ: 24.02.2012

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