Queeres Partyfolk und Zombies ergeben eine überraschend launige, trashige Sause in Tina Romeros „Queens of the Dead“. Rechtzeitig zu Halloween kommt der schräge Filmspaß mit Horror und Clubbeats hierzulande in die Kinos.
Im Yum-Club von Dre (Katie O’Brian, „Love Lies Bleeding“) lief es auch schon mal besser. Es steht zwar wieder mal eine Party an mit Drag-Performances und allem, was dazugehört, doch so richtig flott lief der Vorverkauf nicht. Und dann sagt Hauptact Yasmine (Dominique Jackson) auch noch ab. Angeblich, weil sie krank ist, aber eigentlich, weil sie bei ’ner Konkurrenzveranstaltung mehr Social-Media-Präsenz rausholen kann.
So kommt Dre – nenn mich nie wieder Andrea – gestresst in ihrem Club an, als ihre Frau Lizzy anruft, um mitzuteilen, dass sie endlich schwanger ist. Lizzy ist Stationsschwester und organisiert gerne, so organisiert sie Dres Probleme weg, Stationspfleger Sam (Jaquel Spivey) springt als Performer Samonce ein und Lizzys Bruder Barry (Quincy Dunn-Parker) repariert das Klo.
„Aber wir sind nicht fertig!“ – „Wir sind nie fertig. Öffnet die Türen.“
Doch Barry tut sich schwer mit dem queeren Volk und der korrekten Bezeichnung, und Samonce hat gehöriges Nervenflattern vor ihrem Comeback. Doch dazu kommt es gar nicht erst, denn in Manhattan sind die Zombies los. Und die tauchen auch im Yum-Club auf. Auch wenn der Bürgermeister im Fernsehen was anderes behauptet.
Mit wenig Budget und großer Klappe stolzieren in „Queens of the Dead“ die Queens herum, dass es eine wahre Freude ist. Das erinnert schon auch ein wenig an den schrillen Charme von „Priscilla“, bis die Zombies kommen. Und es wäre nicht Drag, wenn die nicht in stilvollem Silber durchs Bild staksen. Genauso wenig, wie es nach dem Verbarrikadieren eine Erkundungsmission ohne Makeover geben kann.
Wem das nicht komplett einleuchtet, der ist in „Queens of the Dead“ ohnehin so deplatziert wie Barry. Doch krasse Situationen erfordern krasse Maßnahmen, und so tut sich das Partyvolk noch mit der Gang einer lesbischen Rechtsanwältin zusammen, die gekommen ist, um ihre Liebste einzusammeln. Lizzy hat derweil nicht so viel Glück beim Weg vom Krankenhaus zum Club. Und sie hat mal wieder ihr Handy verloren.
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Regisseurin Tina Romero gelingt ein flotter und schräger Partyfilm, der mit lässigen Clubsounds ins Grooven kommt und mit der Zombie-Apokalypse das Familienerbe am Leben hält. Mensch mag das als Huldigung des Œuvres ihres Vaters George („Die Nacht der lebenden Toten„) verstehen und keineswegs als ideenlosen Abklatsch. Und über weite Strecken funktioniert die Sause.
Vor allem, wenn die Königinnen der Nacht sich bewaffnen und mit Mülleimerdeckeln und Barhockern, mit Pömpeln und Damenrasierern auf die Untoten losgehen, kommt es zu launigen Keilereien auf der Tanzfläche. Dass der Weg zur Fähre, die in der Morgendämmerung ablegt, nicht actiongeladen in Szene gesetzt wird, ist sicher dem schmalen Budget geschuldet. Dem Filmspaß tut das indes keinen Abbruch.
Eine kurze Bemerkung noch zu Nachwuchs, der sich ausprobiert und etablieren will. Aktuell liefern sowohl die Tochter von Steven Spielberg als auch die von George A. Romero ihre Spielfilmdebüts ab. Beide haben sich das Horror-Genre ausgesucht, das klassischerweise ein erstes Karrieresprungbrett vor allem für Darsteller:innen war. Dort, wo „A Quiet House“ etwas unsortiert und oberflächlich wirkt, punktet „Queens of the Dead“ mit originellen Charakteren und einem schrägen Nischenthema. Das ist schon deutlich charmanter.
„Drag me to Hell“ möchte mensch schreien angesichts der Zombies auf dem Tanzboden und der pulsierenden Beats in den leblosen, untoten Adern. „Queens of the Dead“ ist keine Neuerfindung des Genres, aber eine stilsichere Sause, die den Missbrauch von Stilettos und Go-Go-Käfigen anprangert. Pump up the Jam.
7 von 10 Transfusionen
Queens of the Dead
OT: Queens of the Dead
Genre: Horror, Komödie
Länge: 101 Minuten, USA, 2025
Regie: Tina Romero
Schauspiel: Katie O’Brian, Tomas Matos, Jaquel Spivey
FSK: ab 16 Jahren
Verleih: Filmperlen
Kinostart: 29.10.2026




