Ozzy & Black Sabbath – Back to the Beginning: Der Film

Der Prince of Darkness sitzt auf seinem Thron und hält Hof – ein letztes Mal am 5. July 2025. Und viele sind gekommen, um Ozzy Osbourne und Black Sabbath an ihrem Geburtsort ihre Aufwartung zu machen, nicht nur Fans, sondern auch etliche Bands und Künstler aus dem weiten Bereich des Heavy Metal, den Black Sabbath quasi erfunden haben. Nun ist das epische Konzert-Event auch als Film bearbeitet und kommt ins Kino. Für alle, die nicht dabei waren oder noch einmal eintauchen wollen.

Geezer Butler und Ozzy Osbourne tauchten als Fans des Fußballclubs Aston Villa aus Birmingham 2024 bereits in einer launigen Werbung des Clubs auf, als dieser seit langer Zeit mal wieder die Champions League erreicht hatte. Kein Wunder, denn die Jungs sind hier in der Gegend aufgewachsen und die Band Black Sabbath hat sich hier im Stadtteil Aston gegründet. Neben Geezer und Ozzy noch mit Schlagzeuger Bill Ward und Gitarrist Tony Iommi.

Ozzy Osbourne, der auch als Solo-Künstler ein Superstar wurde, ist inzwischen verstorben. 17 Tage nach dem finalen Konzert. Bereits zuvor ging es Ozzy gesundheitlich nicht sehr gut, er litt seit Jahren an Parkinson und war vor Jahren auch schwer gestürzt. Und dennoch wollte der Pate des Heavy Metal zurück auf die Bühne, um sich von seinen Fans zu verabschieden.

Mama, I’m Coming Home

Herausgekommen ist ein Benefizkonzert, das zu den größten und wichtigsten Festivals des Heavy Metal zählen mag, immerhin 44.500 Menschen in den Villa Park lockte und in rund 10 Stunden ein Schaulaufen von Heavy-Metal-Größen und Hard-Rock-Größen war und das den Altvorderen, den Pionieren, den Erfindern, den Vätern des Heavy Metal huldigte mit einem letzten Schwarzen Sabbath.

Das mag sich nun alles pathetisch anhören für ein Musikevent, das auch kommerziell ausgerichtet ist, dessen Tickets rasend schnell ausverkauft waren und das auch in einem kostenpflichtigen Stream weltweit übertragen wurde. Und dennoch ist das Ereignis ein besonderes. Der Film kommt nun Ende Oktober 2026 in die Kinos und verspricht eine fast immersive Vorführung, ganz so, als wäre mensch live dabei gewesen. Das ist freilich nicht reproduzierbar und auch abhängig von den technischen Möglichkeiten des Lichtspielhauses, in dem der Film gezeigt wird, aber näher kommt das Publikum nicht mehr heran an die Atmosphäre, den Sound und das Erlebnis „Back to the Beginning“ im Villa Park. Und geiler als auf dem Notebook mit Earbuds ist der Sound im Kino allemal – das Gemeinschaftserlebnis ohnehin.

Es hat schon bei anderen Bands funktioniert, ein Konzert in den Kinosaal zu übertragen. Ich denke da nicht nur an den legendären Woodstock-Film oder an Wacken in 3D. Nicht zuletzt Metallica waren mit „Through the Never“ erfolgreich, ihre aufwändige damalige Show auf spektakuläre Weise einzufangen. Also, ohne weiter herumzulabern: Wer Heavy Metal mag, sollte sich den Film im Kino geben, das macht schon Spaß.

Into the Void

Zwar haben Black Sabbath mit „The End of the End“ bereits 2017 ihr Abschiedskonzert im Villa Park gegeben. Der sehenswerte Konzertfilm ist aktuell in der Arte-Mediathek zu finden, aber seinerzeit war Originaldrummer Bill Ward nicht dabei. Nun in „Back to the Beginning“ stehen die vier Originalmitglieder erstmals seit mehr als 20 Jahren wieder zusammen auf der Bühne und rocken vier Klassiker raus, dass es einem die Tränen in die Augen treibt: „War Pigs“, „Iron Man“, „N.I.B.“ und „Paranoid“.

Wo bleiben denn die anderen Klassiker, wird sich die nerdige Meute fragen, und die Frage ist berechtigt. Denn das eine oder andere beliebte oder markante Lied fehlt schon in der Filmfassung des Konzert-Events. Wer den genauen Ablauf des Festivals, das um etliche Größenordnungen epochaler war, als es ein Wacken- oder Hellfest-Jahr oder ein Ozzfest je sein könnte, wissen will, wird bei Wikipedia fündig.

Tom Morello, ehemaliger Gitarrist von Rage Against the Machine, fungiert als Music Director und Koordinator der Veranstaltung. Ihm gelingt es nicht nur, ein flottes Line-up zu kreieren, sondern auch eine All-Star-Band an den Start zu bringen, die in zwei Sets mit flottierend wechselnden Besetzungen Songs von Black Sabbath und Ozzy Osbourne präsentiert, sodass möglichst viele Künstler mittun konnten. Tatsächlich sind nur zwei andere Songs im Film zu sehen. Aerosmiths „Train Kept A-Rollin’“ und „Walk This Way“, beide mit Verve und Charisma von Steven Tyler rausgehauen.

Children of the Grave

Der Sabbath-Gig am Ende ist in voller Länge im Film festgehalten. Der Ozzy-Gig auch, aber nicht am Stück vorgestellt, sondern als Rahmen für die anderen Bands, die in ihren Auftritten jeweils eine Cover-Version von Sabbath oder Ozzy integriert hatten, die hier vorgestellt wird. „Electric Funeral“ vom „Paranoid“-Album wurde sowohl von Rival Sons als auch von Pantera vorgetragen und ist im Film zu sehen, wahrscheinlich weil bei Panteras „Planet Caravan“ irgendetwas nicht geklappt hat. Doch die beiden „Electric Funerals“ unterscheiden sich fundamental, wie auch die Bands.

Der Bühnenaufbau ist ebenso schlicht wie stilsicher gewählt und rahmt die Mitte der riesigen Bühne mit einem eigenen Lichtgerüst ein. Das macht die Bühne für die Performer kleiner und für Ozzy, der die ganze Zeit auf seinem Thron sitzt, etwas heimeliger, wobei gleichzeitig um die kleine Bühne riesige Leinwände installiert sind. Links und rechts ist hochkant zumeist Ozzy oder der jeweilige Bühnenfokus zu sehen, hinter den Musikern ist die Bühne in ihrer Gesamtheit abgebildet, sodass auch der Letzte im Villa Park gute Sicht hat.

Wicked World

Und so kann das Event losgehen, von dem im Film bei allen Bands und Künstlern jeweils eine Cover-Version zu hören ist: Anthrax, Lamb of God, Metallica, Guns N’ Roses, Pantera, Gojira, Halestorm, Mastodon, Slayer, Tool und andere. Das ist schon eine irrwitzige Heavy-Metal-Wucht.

Zwischenzeitlich sind Archivaufnahmen von vergangenen Gigs und Lebensstationen eingeblendet. Live während des Events auch Grußbotschaften, auf die im Film aber glücklicherweise verzichtet wird. Es würde den Drive erheblich stören. Ozzy Osbourne wird während seines Sets, das fünf Songs umfasst, die alle in der Film-Setlist enthalten sind, von Bassist Mike Inez, Schlagzeuger Tommy Clufetos, Keyboarder Adam Wakeman und Gitarrist Zakk Wylde begleitet, die alle lange Jahre seine konstante Band waren.

Und so geht ein epischer Film zu Ende und huldigt den Godfathers of Heavy Metal. Das furiose Finale von Ozzy Osbourne und Black Sabbath. „Back to the Beginning“ feiert deren Abschied von den Bühnen der Welt und ist kein Schwanengesang, sondern eine Hymne an das Leben, eine Wiedergeburt des Heavy Metal.

9 von 10 Pommesgabeln

Ozzy Osbourne & Black Sabbath – Back to the Beginning
OT: Ozzy Osbourne & Black Sabbath – Back to the Beginning
Genre: Musik, Doku, Konzertfilm
Länge: 147 Minuten, UK/USA, 2026
Regie: Tim van Sommeren, Ben Wright-Pierce
Mitwirkende: Ozzy Osbourne, Zakk Wylde, Metallica, Rival Sons, Black Sabbath
FSK: nicht geprüft
Vertrieb: LUF
Kinostart: 27.10.2026

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