Horror aus Asien ist häufig eine lohnenswerte Angelegenheit für Genrefans. Dabei mag es bisweilen auch etwas spezieller zugehen, denn die fernen Kulturen haben ihre eigenen Dämonen und Vorstellungen von Grauen. So auch in „Omukade“. Der Thriller ist in Thailand gegen Ende des Zweiten Weltkrieges angesiedelt. Und in einer stillgelegten Mine verbirgt sich ein Monster. Die Home-Entertainment-Premiere erschien in der Busch Media Group Anfang Oktober.
Im Pazifikkrieg des Jahres 1945 sind die japanischen Truppen in Thailand noch sehr präsent. Es soll eine Eisenbahnlinie von Thailand nach Birma gebaut werden. Allein mit Kriegsgefangenen lässt sich das nicht bewerkstelligen und so werden Arbeiter aus anderen Regionen Thailands rekrutiert und herangekarrt. Die Arbeitsbedingungen sind knochenhart und die japanischen Kriegsherren nicht eben geduldige Leute.
Es regt sich Widerstand im Land und der Stammesfürst Notong (Yasaka Chaisorn) ist einer der Rädelsführer. Doch Notong ist verschwunden, weshalb seine Tochter Renja (Daung) die Aufgabe übernimmt, einen englischen Offizier und Saboteur (James Laver) durch das Gebirge zu führen.
Im Angesicht der Invasion
Doch mitten während der Mission werden Bombenangriffe auf die japanische Bahnlinie durchgeführt. Und so verstecken sich Thais und Japaner gleichermaßen in den stillgelegten Minen, nicht wissend, dass hier ein vieltentakeliges Monster haust. Und nicht nur das, hier werden die Schutzsuchenden auch von seltsam apathischen Menschen attackiert. Die schon lange in der Dunkelheit des Berges leben.
„Omukade“ von dem Regieduo Chalit Krileadmongkon und Pakphum Wongjinda erzählt gleichermaßen parallel eine Horror-Story und ein abenteuerliches Drama aus Kriegszeiten. Während es für ein asiatisches Publikum diese Themen möglicherweise gut zusammengehen, mag sich das westliche Publikum fragen, warum sich der Film nicht für eine von beiden Ausrichtungen entschieden hat.
Es geht in dem Kriegsabenteuer vor allem darum, ein Besatzungstrauma aufzuarbeiten und eine Geschichte vom Widerstand zu erzählen. Das ist an sich schon recht gelungen, hat aber seine Untiefen immer dann, wenn es wieder in die Düsterkeit des Grauens geht. Auch erschließt sich mir das patriotische Pathos nur teilweise.
Die Königin brütet
Anders als in der westlichen Dramaturgie wird das Monster im Film früh gezeigt, nur um dann lange hinter der Story und den anderen Schrecken zurückzustehen. In Sachen Effekte kann der Creature Horror durchaus überzeugen und punktet mit flotten Schnitten und überzeugenden Kreaturen, die – so scheint es – handgemacht sind und nicht mittels CGI in die Szenen integriert wurden. Launig ist dann auch der Kniff, seine Stichwerkzeuge mit Spucke einzuschmieren, wie es die japanische Legende des Omukade hergibt.
Allerdings kann „Omukade“ die Spannung nicht halten, die notwendig ist, um sich den Schauermärchen auch ausliefern zu können. Immer wieder steht das Drama dem Gruseln im Weg, indem es die Geschichte mit weiteren Wendungen und psychologischen Aspekten befrachtet. Und irgendwie wirkt auch der Hintergrund der Grusellegende nicht schlüssig.
Möglicherweise hat der Rezensent die Mischung aus Kriegsabenteuer und Gruselthriller nicht richtig aufgefasst. Möglicherweise war der filmische Ansatz auch deutlich zu altmodisch für den Rezipienten. Am Ende bleibt ein leidlich unterhaltsamer asiatischer Horror-Thriller, der seine Momente und Aspekte hat, aber nicht über Filmlänge zu fesseln vermag.
5 von 10 Tentakeln
Omukade
OT: Omukade aka
Genre: Horror
Länge: 94 Minuten, THA, 2025
Regie: Chalit Krileadmongkon, Pakphum Wongjinda
Schauspiel:
FSK: ab 16 Jahren
Verleih: Busch Media Group
Kinostart: nicht in Deutschland
Digital-VÖ: 01.10.2026
DVD- & BD-VÖ: 01.10.2026



