Hidas – A Sense of Impending Doom: Album Review

Das Trio aus München lässt wenig anbrennen. Gerade erst 2023 gegründet kommt mit „A Sense of Impending Doo“ bereits das zweite Album der Band. Sehr heavy experimentieren Hidas instrumental am Doom und geraten auch schon mal in Temporausch und geraten auch schon mal auf die Schlammrutsche. Neu bei Tonzonen Records ab dem 23. Januar 2026.

Wenn “bevorstehendes Unheil“ sich dergestalt wuchtig ankündigt, steh ich gerne in der Gegend und höre dem sich nahenden Donner zu. Hidas aus München machen Doom Metal, allerdings keinen traditionellen der Marke „Saint Vitus“ oder Candlemass“ sondern durch aus moderner und mit mächtigem Sound. Dafür ohne Gesang. Ich persönlich finde nicht, dass das von Nachteil ist. Auch und gerade wenn das Musizieren schwer und langsam vonstatten geht. Da hat es so mancher Sangeskünstler nicht leicht, eine geeignete Ausdrucksform zu finden. Und wenn es der Bandchemie dient, als klassische Dreifaltigkeit zu rocken, dann sei das so.

Der erste Eindruck ist massiv. Das Trio entwickelt einen beachtlich dichten Sound. Das mag auch daran liegen, dass die drei Musiker sich nicht erst seit der Bandgründung kennen und schon länger zusammen musizieren. „Dynger“ eröffnet das Album stilecht kriechend und schwer. Zur Mitte hin nimmt sich der Achtminüter eine bluesige Stoner-Auszeit um dann wieder anzuziehen. Mir persönlich ist der Song etwas zu lang.

Immerhin hieß das Lied auf dem digitalen Live-Album von 2024 noch „Dopedynger“ und kam auf neun Minuten Spielzeit. Interessierte bitte auf Bandcamp reinhören. Ich möchte meinen der Gig kann beizeiten auch nochmal auf Tonträger an die Öffentlichkeit.

Die Wirkung des Vakuum mittels der Magdeburger Halbkugeln
(wie anno 1657 gezeigt)

Anders das knackige und rockige „Splint“, das auch als Video/Single ausgekoppelt wurde und ganz deftig und fuzzig rifft. Schön sind dabei die Double Bassdrum -Momente, die zusätzlich den Turbo zünden. „Asoid“ ist wieder von gewichtiger Schwere und mit unterschiedlichen Parts. Den verträumten Waldlichtungsteil mit Vogelgezwitscher mittig hätte es für mich wieder nicht gebraucht. Aber wer weiß schon, worum es inhaltlich geht? Diese neun Minuten empfinde ich stimmiger als den Opener. Frag mich nicht warum.

Die B-Seite des Vinyls beginnt dann mit Hochgeschwindigkeits-Geballer der feinsten Sorte. Dann nehmen Hidas dann Tempo raus und reihen stimmig unterschiedliche Songparts aneinander, m dann nach elf Minuten ein furioses Epos abgeliefert zu haben. Bei anderen Bands und (und in anderen Genres) wären das Songideen für mindesten ein ganzes Album, also alles andere als ein „Vacuum“.

„Cisza“ lässt es ruhig und weniger heavy angehen, mensch möchte sagen, balladesque. Wäre da nicht das „bevorstehende Unheil“. Ein komplexer, kurzer Song, der eine weitere Facette der Band zum Vorschein bringt. Beizeiten muss sich der oder die Headbanger ja auch mal erholen.

Das Rätsel von Hidas

Abschließend verfällt „The Riddle“ in knackigen Galopp und kommt im Songverlauf mit recht progrockigen Melodieführungen daher. Das ist schon schon und macht mir persönlich Freude. Ob es zum ansonsten sehr schweren Gesamteindruck beiträgt, sei mal dahingestellt. Möglicherweise findet sich hier ein Soundbrücke zum früheren Rocken von Hidas.

„A Sense of Impending Doom“ ist mehr als nur eine Visitenkarte. Hidas aus München Hämmern an die Tore zum Thronsaal der Heavy Metal Gemeinde und verlangen Einlass. Hier sind Musiker am Werk, die wissen was sie wollen und die keine halben Sachen abliefern. Knackiger, eigenständiger Sound; coole Bärte, starkes Album. Ich würd‘ jetzt sagen, die können mit auf Kaperfahrt.

Bewertung: 8 von 10.

Hidas – A Sense of Impending Doom
Genre: Doom Metal
Länge: 41 Minuten, 6 Songs, D, 2026
Interpret: Hidas
Label: Tonzonen Records
Vertrieb: Cargo
Format: digital, Vinyl (incl. DL)
VÖ: 23.01.2026

Hidas bei Bandcamp
Album bei Tonzonen
Hidas bei Instagram

copyright Bandfoto @MarieLehmann

Schreibe einen Kommentar