Planes: Die große Welt sehen

Weiter im #Anijanuar mit einem „Cars“ -Ableger: „Planes“ von 2013. Ähnlich wie bei „Toy Story“ hat auch der Pixar-Hit „Cars“ inzwischen ein ganzes Animationsuniversum hervorgebracht, mit Fortsetzung, TV-Serien und Kurzfilmen. Irgendwann ging es in der beliebten Animationswelt in die Lüfte. Allerdings zeichnet für Disneys „Planes“ nicht das Pixar-Studio verantwortlich, auch wenn John Lasseter, der „Cars“-Erfinder“ als Produzent mit an Bord ist.

Dusty Crophopper träumt davon, ein Rennflugzeug zu sein und möchte unglaublich gerne an der „Wings around the Globe“-Rallye teilnehmen. Allerdings scheint das für ein landwirtschaftliches Sprühflugzeug unerreichbar, denn eben das ist Dusty. Trotzdem trainiert er wie ein Wahnsinniger und nimmt an den Qualifikationswettbewerben teil. Obwohl er bei der Qualifikation alles gibt und auch Eindruck schindet, kommt Dusty nicht unter die ersten fünf. Als sechster hat er die Quali knapp verfehlt.

Doch der Fünfte war gedopt und für Dusty geht jetzt doch ein Traum in Erfüllung: Das Sprühflugzeug darf an der Rennen um die Welt teilnehmen. Aber sein Kumpel und Trainer Chug ist nun mal ein Tanklaster und kein Flugzeug – so lässt sich denn der Marineflieger-Veteranen Skipper als Trainer gewinnen und mit der Hilfe von Mechanikerin Dottie wird Dusty für das Rennen fit gemacht. In sieben Etappen geht es bei internationaler Beteiligung einmal um die ganze Welt. Dusty macht sich schnell Freunde, aber auch Feinde, und muss lernen dass es im Renngeschäft nicht immer fair zugeht. Außerdem verguckt er sich ein bisschen in die indische Fliegerin Ishani.

Wettbewerb als Storybogen

Oberflächlich folgt „Planes“ derselben Grundgeschichte wie auch „Cars“ und die Spannung kommt aus dem Versuch Dustys mehr zu sein, als er eigentlich ist und selbstredend daraus, das Rennen zu gewinnen. Diese Dramaturgie wurde ja schon bei „Cars“ und „Cars 2“ erfolgreich als Background benutzt. Doch gerade im Animationsfilm kann man eine einfache Geschichte mit vielen Kleinigkeiten aufwerten. Das ist es, was die Pixar-Filme so überaus grandios und auch erfolgreich macht.

„Planes“ allerdings ist kein Pixar-Film- und das merkt man leider in allen Belangen. Dem Drehbuch von Jeffrey M. Howard („Tinkerbell“, Tinkerbell – Ein Sommer voller Abenteuer“) fehlt es an fehlt es an sprachlichem Witz. Stattdessen gibt es ein paar Kalauer, die auch in der deutschen Synchro nicht fehlen. Die deutsche Fassung bietet unter anderen Marie Bäumer, Kai Ebel, Matthias Dolderer und Oliver Kalkhofe als Sprecher auf.

Die Grundaussage, dass man viel erreichen kann, wenn man nur an sich glaubt, ist kindgerecht, aber leider aber auch ohne nachvollziehbare Charakterentwicklung bei Dusty umgesetzt. Die Figur des Ex-Marinefliegers aber hat in einem Kinderfilm in dieser Form nicht viel zu suchen. Da kommen soldatische Floskeln und amerikanisch patriotische Klischees zum Tragen, die in den Kinderstuben kaum etwas zu suchen haben.

Marineflieger?

In einem Actioner für ein älteres Publikum würde man das in Kauf nehmen, weil der Zuschauer weiß, dass die US-Army wieder freundlich Drehplätze und Material zur Verfügung gestellt hat. Auch die anderen Charaktere geraten häufig in die Nähe der Klischees ihrer Herkunftsländer, ohne dabei wirklich eine eigene Persönlichkeit zu entfalten.

Regisseur Klay Hall („Tinkerbell – die Suche nach dem verlorenen Schatz“,2009) kann die Spannung nicht über Filmlänge halten, vor allem bei den Wettflügen kommt kaum Spannung auf. Dusty ist zwar als freundliches und hilfsbereites kleines Flugzeug überzeugen gezeichnet, aber trotz der unterschiedlichen Kulissen hat man den Ablauf schnell heraus. Und den Animationen fehlt es an eben jenem Detailreichtum, der eben Pixarfilme ausmacht und auch für ältere Zuschauer tolle Unterhaltung garantiert. Wobei gerade die fernöstlichen Szenerien ganz gelungen sind. Vielleicht liegt es daran, dass indische Animationsstudios am Werk waren. Und ausgerechnet die Seenotszene ist (vor allem in 3D) recht beeindruckend ausgefallen; allerdings nicht gerade kindgerecht.

„Planes“ ist von der „Cars“-Qualität meilenweit entfernt. Unterhaltungsfaktor, Witz und Charme fehlen allzu häufig, um ein wirklich fesselndes Animationsabenteuer zu bescheren. Da wäre bestimmt mehr drin gewesen. Ein Nachfolger wird trotzdem schon gedreht und soll im nächsten Jahr die Kinos erobern.

Film-Wertung: 4 out of 10 stars (4 / 10)

Planes
OT: Planes
Genre: Animation, Fantasy
Länge: 91 Minuten, USA, 2013
Regie: Klay Hall
FSK: ab 0 Jahren, Ohne Altersbeschränkung
Vertrieb: Walt Disney Pictures
Kinostart: 29.08.2013
DVD-VÖ: 04.12.2014

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