Ansicht am Donnerstag #9: Auf dem Weg ins Büro

Während meiner schwungvollen Fahradtour in Richtung Büro kommt mir eine schwarzgewandete, finster dreinblickende, rauschebärtige Gestalt entgegen. Auf seinem T-Shirt: “Gabriel Burns”. Hey, denke ich, war mir gar nicht klar, dass es von einem meiner Lieblingsschauspieler schon Shirts gibt. Ich hätte der finsteren Gestalt solchen Geschmack auch gar nicht zugetraut.

Unterwegs denke ich weiter über das Phänomen nach und finde, der Schriftzug sieht nach einem Bandnamen aus. Im Büro angekommen, recherchiere ich im Internet und finde heraus, dass “Gabriel Burns” eine Hörspielserie für Erwachsene ist, der Schauspieler aber Gabriel Byrne heißt. So passte das T-Shirt doch noch zu seinem Träger und mir dämmerte, dass ich der Verwechslung schon einmal aufgesessen war. Besonders tief sitzt der Stachel, weil Gabriel Byrne tatsächlich ein von mir sehr hochgeschätzter Mime ist, und ich mich eigentlich auskennen sollte.

Gabriel Burns vs. Gabriel Byrne

Manchmal ist das Unterbewusstsein einfach hartnäckig und speichert den gleichen Fehler immer wieder ab. Immerhin hatte das auch schon positive Auswirkungen. Als ein Freund von mir steif und fest behauptete in Roman Polanskis “Piraten” (1986) würde Inspector Mike Stone (Karl Malden) aus “Die Straßen von San Francisco” (1972-77) mitmachen. Er ließ sich nicht vom Gegenteil überzeugen. Selbst als ich ihm die Namen Karl Malden und Walther Matthau um die Ohren schleuderte, beharrte er auf seiner Meinung.

Ich gewann die zwangsläufige Wette, den Kasten Bier leerten wir zusammen. Und trotzdem hat mein Freund die Information nicht richtig abgespeichert. Jahre später unterlief ihm die selbe Verwechslung und ich konnte die leidige Diskussion nur mit Verweis auf die Wette abkürzen. Einmal Besserwisser, immer Besserwisser.

“Gabriel Burns” ist übrigens nicht so mein Fall, hat aber einen Hörspiel-Award bekommen und ist seit 2003 erfolgreich. Gabriel Byrne hat noch zwei Filme abgedreht, die in Deutschland voraussichtlich (hoffentlich) im Laufe des Jahres anlaufen: “Emotional Arithmetic” und “Leningrad”. Ich freue mich.

Kommt gut in den Mai, genießt den Frühling und das (für viele) verlängerte Wochenende.

…und viel Spaß im Kino.

(Ursprünglich veröffentlicht auf cinetrend.de am 30.04.2008)

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