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Green Lantern: Erde Eins: Laterna magica im Weltraum

06.11.18 (Comic, Superhelden)

Jüngst ist bei Panini Comics die „Green Lantern“-Graphic Novel „Erde Eins „auf Deutsch erschienen. Das Kreativduo und Ehepaar Corinna Bechko und Gabriel Hardman erzählt darin nicht nur auf alternative Weise davon, wie der Erdenmensch Hal Jordan zur „Grünen Laterne“ wurde, sondern kreiert damit auch eine düstere Science-Fiction-Geschichte.

Eigentlich wollte Hal Jordan Astronaut werden, um Abenteuer zu erleben. Nun schürft er für eine Bergbaufirma auf Asteroiden nach Erz und war schon monatelang nicht auf der Erde. Doch ausgerechnet der Trupp, in dem Hal arbeitet wird wieder nach Hause beordert, weil ein anderer ausbeutbare Erzvorkommen gefunden hat. Doch Hal will im All bleiben, auf seinem Heimatplaneten gibt es nichts was ihn reizt. Ausgerechnet bei seinem letzten Erkundungseinsatz finden sein Kollege und er ein Alienraumschiff, in dem sogar noch ein totes Alien liegt. Während Hal sich noch wundert hat der Kollege bereits die seltsam grün leuchtende Laterne und den Ring, der scheinbar dazugehört eingesackt, um ihn auf der Basis zu untersuchen.

Doch dazu kommt es nicht, denn der ungeduldige Raumarbeiter experimentiert bereits im Shuttle mit dem Ring und der Laterne und setzt dabei Kräfte frei, die unkontrolliert das Shuttle zerlegen. Nun treibt Hal Jordan hilflos im All. Doch es gelingt ihm an den Ring zu kommen, der ihn schützt und weit weg durch das Weltall transportiert. Als Hal wieder zu sich kommt, ist er scheinbar bei einer Alien-Lebensform gelandet, die sich mit dem ringen und den Laternen auskennt.

Doch das stellt sich schnell als vorschneller Trugschluss heraus, denn Kilowog Ev hat sich den Umgang mit dem Ring selbst beigebracht, weil er so gerne ein Mitglied des legendären Green Lantern Korps wäre. Und so tasten sich die beiden Laternen Neulinge an die Kräfte und Möglichkeiten der Ringe und der Grünen Laternen heran. Doch ihr Tun bleibt nicht unbeobachtet und schnell tauchen Feinde auf. Zunächst nur die Ordnungskräfte auf Kilwog Evs Planeten, auf dem Alien, in diesem Fall Hal, getötet werden.

Vor fast einem Jahrzehnt, genauer gesagt im Jahr 2009 hat DC Comics seine „Erde Eins“ Reihe in s Leben gerufen. Darin sollten in Form von „Graphic Novels“ alternative Gechichten zu den Anfängen der DC Superhelden erzählt werden. Nu je, der Begriff Graphic Novel ist weit zu fassen und bei DC (und auch bei Marvel) versteht man darunter meistens anspruchsvollere und künstlerischer ausgeführte Mini-Serien. Als „Erde Eins“-titel erschienen über die Jahre allerdings nur wenige Abenteuer und so ist das von langer Hand angekündigte erste „Erde Eins“ –Abenteuer von Green Lantern auch so etwas wie eine Wiedergeburt dieser Alternativwelt-Geschichten.

Erstaunlicherweise habe ich auf diesen Seiten bislang kaum eine „Green Lantern“-Geschichte vorgestellt. Das hat zum einen mit dem eher verkorksten „Green Lantern“-Film zu tun, auf den auch „Deadpool“-Darsteller Ryan Reynolds nicht sonderlich stolz ist, zum anderen damit, dass die Serien, so sieden bei Panini auf Deutsch veröffentlicht werden, selten eine passenden Einstiegspunkt boten.

Hal Jordan ist bei weiten nicht der einzige und auch nicht der erste Erdling, der in die galaktische Schutztruppe des „Green Lantern“-Korps“ aufgenommen wurde. Aber die zweite „Green Lantern“-Inkarnation aus dem Silbernen Zeitalter des amerikanischen Comics ist eine der Populärsten. Nicht umsonst wurde die Filmstory um den ehemaligen Testpiloten Hal Jordan gesponnen. Wer mehr über die Grüne Laterne“ erfahren will, sollte sich die Wikipedia-einträge durchlesen (vor allem der englische ist sehr ausführlich).

Hier in „Erde Eins“ also wird die Geschichte, wie Hal Jordan eine Green Lantern wird von Corinna Bechko und ihrem Ehemann Gabriel Hardman, der für das Artwork zuständig ist, aber auch die Geschichte mitentwickelte, neu erzählt und modernisiert. Gerade der Sci-Fi-Aspekt, dass Hal bereits Astronaut ist, macht schon einen Unterschied, denn so muss sich der zufällige Held auch gleich in einem außerirdischen Umfeld beweisen. Falls es tatsächlich noch weitere „Erde Eins“ „Green Lantern“-Geschichten geben sollte, hat das erhebliches Potential.

Aber zurück zum ersten Band dieser Geschichte. Was Bechko und Hardman hier ausbreiten ist klassischer Space-Opera-Stoff, der anfangs noch etwas düster wirkt, aber spätestens mit dem Auftauchen von Killwog Ev, der als Alien optisch eine Mischung aus Keiler und Flusspferd ist und von freundlich infantilen Naturell, landet die Geschichte in „Star Wars“-Nähe. Das ist keinesfalls negativ gemeint, bedeutet schlicht und einfach nur, dass es etwas seichter wird und dieses Abenteuer auch ein Quäntchen Humor hat.

Die Superhelden-Graphic Novel „Green Lantern: Erde Eins“ ist absolut lesenswert, wen auch nicht superspannend ausgefallen und sorgt sicher auch bei eingefleischten Fans für die eine oder andere Überraschung. Zudem ist mit DC Comics mit „Green Lantern: Erde Eins“ in doppelter Hinsicht eine Art Ehrenrettung gelungen.

Book Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Green Lantern: Erde Eins Band 1
OT: Green Lantern: Earth One
Genre: Comic, Superhelden,
Autoren: Corinna Bechko, Gabriel Hardman
Zeichner: Gabriel Hardman
Farben: Jordan Boyd
Übersetzung: Christian Heiß
Verlag: Panini Comics, Softcover, 148 Seiten
VÖ: 16.10.2018

Green Lantern bei Wikipedia

Green Lantern: Erde eins bei Panini Comics

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