So ganz taufrisch ist „Band of Joy“ nicht mehr, immerhin schon im September erschienen, aber man kommt ja auch nicht immer zu allem, was man sich so vornimmt. Seine übergroße Led Zeppelin-Vergangenheit hat Mister Plant längst hinter sich gelassen und ein neues Album ist trotzdem immer ein Ereignis. Die Erwartung war nach dem hochgelobten und erfolgreichen Duett-Album „Raising Sand“ mit Alison Krauss entsprechend hoch.
Und „Band of Joy“ weiß zu gefallen. Nach Aussage des Sängers ist das Album eine Huldigung an die Musik der 60er Jahre, wirkt aber kein bisschen altbacken. Robert Plant setzt ganz auf die Interpretation fremden Materials und das steht ihm wie schon auf „Dreamland“ (2002) und „Raising Sands“ (2007) ausgesprochen gut.
Musikalisch ist „Band of Joy“ breiter angelegt als „Dreamland“ und die Songauswahl ist ebenso stimmig wie die Arrangements, die es immer wieder schaffen, Plants einzigartige Stimme optimal zur Geltung kommen zu lassen. Der Band of Joy bleibt dabei aber immer Spielraum, um eigene Akzente zu setzen.
Fazit: „Band of Joy“ ist nicht gerade überraschend ausgefallen, sondern setzt Plants musikalisches Schaffen konsequent fort. Das Album macht auf hohem Niveau einfach Spaß und besticht durch seine Zeitlosigkeit. Im direkten Vergleich war mir „Dreamland“ aufgrund der Songauswahl zwar etwas lieber, aber im Grunde kann Robert Plant wohl alles singen und es hört sich interessant an. Feines Album, kurzweilige 48 Minuten.
Schade, dass Mister Plant uns zunächst nicht live beehrt, sondern noch in den USA unterwegs ist.
Album-Wertung: (7,5 / 10)
Weiterführende Links
Robert Plants Homepage
Universal-Seite mit Hörproben
deutscher Wikipedia-Eintrag
englischer Wikipedia-Eintrag
(absolut empfehlenswert: wesentlich ausführlicher und detailierter recherchiert, mit etlichen Verweisen!)