In der argentinischen Provinz lauert das personifizierte Böse und kann sich brutal breitmachen. Der argentinische Horror-Thriller „When Evil Lurks“ von Filmmacher Demián Rugna war hierzulande bereits bei Fantasy Filmfest zu sehen und begeisterte und verstörte weltweit Genrefans. Nun kommt der nicht jugendfreie Film „When Evil Lurks“ in Zusammenarbeit von Indeed Films und Drop Out Cinema ab 27. Februar 2025 bundesweit in die Kinos.
Ein Schuss in der nächtlichen Dunkelheit schreckt die Brüder Pedro (Ezequiel Rodríguez) und Jimi (Eduardo Salomón) in der argentinischen Pampa auf. Am nächsten Morgen gehen sie dem Geräusch nach und finden Überreste einer Leiche. Die Spur führt zu der armen Maria Elena, die mit ihren beiden halbwüchsigen Söhnen in eine Baracke des Landbesitzers Ruiz (Luis Ziembrowski) untergekommen sind.
Maria Elenas Sohn Uriel ist besessen und bis zur Bewegungsunfähigkeit aufgequollen. Die Leiche ist die des Exorzisten. Die Brüder wollen handeln. Die Behörden wissen schon lange Bescheid, unternehmen aber nichts. Bleibt nur noch der Landbesitzer Don Ruiz, der sich die Angelegenheit anguckt und beschließt, der verrottete Uriel muss entsorgt werden.
Zusammen schleift man den Besessenen auf den Pickup und macht fährt los. Unterwegs gibt es einen Beinahe-Unfall und das Böse kann sich ausbreiten. Pedro und Jimi lassen alle Hoffnung fahren und Pedro will seine Familie retten. Doch seine Ex und die Kinder, zu denen er ein Kontaktverbot hat, wollen einfach nichts von dem Besessenen hören.
Jimi schlägt vor bei Mirtha (Silvina Sabater) Unterschlupf zu suchen, denn sie wohnt abgelegen. Die ehemalige Hausangestellte Mirtha kennt sich aus mit dem Bösen, doch die Brüder hätten es nicht bewegen sollen.
Das Böse weiß mehr über deine Ängste als du
Was tun, wen das Böse lauert? Die Frage nach der Existenz des Bösen stellt sich in dem argentinischen Horror-Thriller „When Evil Lurks“ gar nicht erst. Es ist bereits da. Und es ist gekommen um zu bleiben. In seiner archaischen Konsequenz, der überraschenden Gewalttätigkeit und dem Aufzeigen von Deformationen ist Demián Rugenas jüngster Film arg verstörend. Und keine Sekunde zweifelt das Publikum an der Dringlichkeit der Ereignisse.
Anfangs mag es noch tröstlich sein, dass das Böse sich in der argentinischen Pampa zeigt, aber so effizient wie es sich ausbreitet, besteht kaum Zweifel, dass es kein Entkommen gibt. Dafür findet der Filmmacher Rugna („Terrified“) erstaunlich eindringlich und verstörende Bilder.
Zunächst wirkt es, als hätten die beiden Brüder Jimi und Pedro einen Plan und eine gewisse handfeste Tatkraft. Doch schnell wird klar, dass Aktivismus das Problem nur verschlimmert hat. Wer sich dabei an aktuelle gesellschaftliche Tendenzen und globale Entwicklungen erinnert fühlt, der möge an dieser Stelle weiter philosophieren.
Larvenstadien des Bösen
Der Name des argentinischen Filmmachers Damián Rugna ist erst mit dem Überraschungserfolg „Terrified“ (2017), nicht zu verwechseln mit der „Terrifier“-Reihe, international bekannter geworden. Seither hat Rugna zwei weitere Filme abgeliefert und sorgt mit „When Evil Lurks“ für eine boshafte Schreckensvision. Das Frühwerk des argentinischen Filmmachers, der 2007 sein Spielfilmdebüt veröffentlichte ist international weitgehend unveröffentlicht.
Die Unwucht ist verstörend, mit der sich das parasitär wachsende Böse in „When Evil Lurks“ an die Oberfläche schleift. Das Horror-Genre hat solche Wucht und Intensität seit den frühen Siebzigern zwischen „Der Exorzist“, „Texas Chainsaw Massaker“ und „The Wicker Man“ nur selten hervorgebracht. Und während in der gottverlassenen Welt der Ziegenbock in den Gewehrlauf grinst, hat die Axt den Zimmermann längst gefällt.
In seiner Düsternis, der Grausamkeit und dem Ekelfaktor ist der argentinische Horror-Thriller „When Evil Lurks“ extrem gruselig ausgefallen. Zwischen Parasiten und Besessenheit hat das Grauen kein Halten. Ob mensch sich dem Aussetzen will, ist und bleibt eine ganz andere Frage. Als Horror-Film ist „When Evil Lurks“ schon jetzt ein eigenwilliger Klassiker.
When Evil Lurks
OT: Cuando acecha la maldad
Genre: Horror
Länge: 96 Minuten, ARG, 2023
Regie: Demián Rugna
Schauspiel: Ezequiel Rodríguez, Silvina Sabater, Luis Ziembrowski, Eduardo Salomón
FSK: Ab 18, keine Jugendfreigabe (ungeprüft)
Vertrieb: Drop-Out / Indeed
Kinostart: 27.02.2025
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