Batman: Der schwarze Spiegel

BATMAN - DER SCHWARZE SPIEGELZugegeben, im Moment ist die ganze deutsche Comicszene heiß auf den DC-Relaunch, der demnächst bei Panini endlich auch hierzulande erscheint. Aber zuvor gibt aus dem weiten und wirren Batman-Universum noch einiges zu berichten. In Batman Sonderband 36 „Der schwarze Spiegel“ gibt Autor Scott Snider seinen Batman-Einstand; der Mann, der auch nach dem Relaunch für „Batman“ und „Swamp Thing“ die Geschichten erfindet.

In „Der schwarze Spiegel“ bekommt es Dick Grayson als Batman mit einer Serie brutaler Morde zu tun, die irgendwie zusammenhängen. Bei seinen Ermittlungen kommt der Mann im Fledermausgewand einer Untergrund-Auktion auf die Spur, bei der klassische Mordwerkzeuge versteigert werden und sich die gesamte Verbrecherelite Gothams versammelt. Vielleicht keine gute Idee, sich da incognito einzuschmuggeln?

Weil der Storybogen nur über drei Originalausgaben reicht, gibt es als zweite Geschichte in „Batman: Der schwarze Spiegel“ noch „Leiche im Keller“ in der eine finstere Episode aus dem Leben von Comissioner Gordon aufgedeckt wird. Irgendjemand hat das Vogelhaus des Gothamer Zoos geöffnet und Gordons Sohn Jim ist einer der Hauptverdächtigen. Es gibt Parallelen zu einem vergangenen Fall, bei dem Kinder spurlos verschwunden sind.

Soviel zum Inhalt des Batman Sonderbands 36. Für „Der schwarze Spiegel“ greift Jock („The Losers“) zum Pinsel und illustriert die Geschichte mit dynamischen und ziemlich düsteren Panels. Auch die Geschichte überzeugt; ist allerdings kein Paukenschlag zum Einstand, sondern eine solide actionreiche und auch typische Batman-Story. Auf die Abwesenheit Bruce Waynes muss man sich allerdings einlassen und sein Batman-Stellvertreter Dick Grayson gewinnt in dieser Story an Statur und Vergangenheit.

Die zweite Geschichte „Leiche im Keller“ hat es da eindeutig einfacher, da der schwarze Kämpfer für Gerechtigkeit nur eine Randerscheinung ist. Die von Francesco Francavilla eindrucksvoll und mit klassischem Stil und viel Flächigkeit umgesetzte Detektivgeschichte mit düsteren Thrillerelementen funktioniert auch aufgrund der gelungenen Farbgebung von Francavilla und wegen der stimmigen Erzählhaltung von Commissioner Gordon. Hier zeigt Scott Snider mehr von seinen Fähigkeiten und man beginnt die Hoffnungen, die man nach dem Relauch in den Autor setzt nachzuvollziehen.

Fazit: Fans werden ihre Freude an „Der schwarze Spiegel“ haben, was allerdings nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die Ableger und Wucherungen des Batmanuniversums nur noch wenig mit der ursprünglichen Idee des von Bob Kane geschaffenen Streiters im Fledermauskostüm zu tun haben. Insofern freue ich mich auf dem kompletten DC Neustart. Die Idee, dass Robin aus seiner Rolle rausgewachsen ist, überzeugt in mich in dieser Variante nur bedingt und ich gestehe meine Vorliebe für längere Storybögen.

Book Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

BATMANSONDERBAND36DERSCHWARZESPIEGEL_967Batman Sonderband 36: Der Schwarze Spiegel
OT: Black Mirror 1-3, Skeleton Cases,1 -3, Lost Boys, Detective Comics 871-875, 2011
Autor: Scott Snider
Zeichner: Jock, Francesco Francavilla
Übersetzung: Steve Kups,
ISBN: 4196840716952
Verlag: Panini, 140 Seiten, 2012,
VÖ: 20.03.2012

Weiterführende Links:

Verlagsseite

Batman in der englischen Wikipedia

Review: Batman: Die Pforten von Gotham

Review: Batman Collection: Mike Mignola

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