Ein schrecklicher Verlust bringt den jungen Joachim in eine Sinnkrise. Der Junge Mann beschließt Schauspieler zu werden und zu seinen Großeltern nach München zu ziehen. Regisseur Simon Verhoeven inszeniert den gleichnamigen, halbwegs autobiografischen Erfolgsroman von Joachim Meyerhoff launig und unterhaltsam. Zu sehen ab dem 29. Januar 2026 im Kino.
Zu seinem älteren Bruder hatte Joachim (Bruno Alexander) ein inniges Verhältnis. Der Unfalltod des Älteren in Amerika stürzt Joachim in eine tiefe Krise. Der Sohn einer Krankengymastin (Laura Tonke) und eines Psyiaters (Devid Striesow) beschließt urplötzlich schauspielr zu werden. Dazu besucht er seine Großeltern in München und bewirbt sich an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule.
Dort hatte bereits die Großmutter (Senta Berger), selbst erfolgreiche Actrice, unterrichtet. Doch auch sein Großvater (Michael Wittenborn) hält den Jungen nicht unbedingt für ein Naturtalent. Wider Erwarten wird Joachim an der Schauspiel schule angenommen. Und dann geht der Stress erst richtig los.
Der junge Mann, der zum Teil in einer psychiatrischen Klinik aufgewachsen ist, weil sein Vater diese Leitete, tut sich schwer mit dem Schauspielübungen. Anschluss an die anderen Schüler findet Joachim auch schwer. Stattdessen hängt er mit den Großeltern ab und bringt deren Tagesablauf durcheinander. Und gelegentlich notiert Joachim was so passiert.
„Ach, diese schreckliche Lücke.“
Der Schauspieler und Autor Joachim Meyerhoff hat unter dem Titel „Alle Toten fliegen hoch“ eine Reihe autobiografischer Romane geschrieben. Die waren wohl zunächst als Bühnenprogramme konzipiert, sind aber längst erfolgreiche Bestseller. Die eigene Kindheit in der Schleswiger Psychiatrie wurde 2023 unter dem romangleichen Titel „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ von Regisseurin Sonja Heiss erfolgreich verfilmt.
Nun knüpft „Ach, diese Lücke…“ unter Auslassung der Jugendjahre dort an und zeigt einen jungen Mann, der seinen Weg sucht und lange damit hadert, seine Trauer zu verarbeiten. Das ist – wie immer bei Meyerhoff – sehr absurd und komisch und hat einige hahebüchene Szenen zu bieten. Das Publikum sollte allerdings nicht den Fehler machen diese autofiktion immer für bare Münze zu nehmen. Einiges ist und bleibt literarisch ü+berspitzt.
„Entsetzliche Lücke. Es heißt entsetzliche Lücke.“
Viel Situationskomik entstehen während des Schauspielunterrichtes. Egal, ob die Schüler:innen Maschinenteile darstellen sollen, oder mit den Brustwarzen lächeln. Joachim hat damit so seine Schwierigkeiten und das Publikum wird humorig unterhalten.
Und dennoch funktioniert der bisweilen an Loriot erinnernde Humor auch und gerade deshalb, weil die entsprechende Tragik den jungen Mann begleitet. Insofern ist der bei Johann Wolfgang von Goethe entlehnte Titel schon ein Fingerzeig, wohin die Reise geht. Die Leiden des jungen Werther stehen Pate. Wahrend die Großeltern zum morgentlichen Schnapsgurgeln ansetzen.
Regisseur Simon Verhoeven ist auch für das Drehbuch verantwortlich und hat eine Treffliche Besetzung vor die Kamera bekommen. Des Regisseurs tatsächliche Mutter Senta Berger weiß in der rolle der alternden Diva ebenso zu überzeugen wie Michael Wittenborn als vergeistigter Denker. Den beiden ist eine innige und rührende Paardynamik inne, vor der der rebellische Joachim mit Naivität und Verletzlichkeit überzeugen kann.
Letztlich ist die Verfilmung von „Ach, diese Lücke…“ etwas zu lang ausgefallen, wohl auch darum, weil es schwer fällt aus dem launigen Roman etwas wegzulassen. Dennoch wäre an dieser Stelle weniger besser gewesen und so bleibt „Ach diese Lücke“ hinter „Wann wird es endlich wieder wie es nie war“ zurück. Gute Unterhaltung ist das aber allemal.
Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
OT: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
Genre. Drama, Komödie, Biografie
Länge: 137 Minuten, D, 2025
Regie: Simon Verhoeven
Vorlage: Gleichnamiger Roman von Joachim Meyerhoff
Schauspiel: Bruno Alexander, Katharina Stark, Micheal Wittenborn, Senta Berger,
FSK: ab 6 Jahren
Verleih: Warner Bros
Kinostart: 29.01.2026




