Im zweiten saarländischen Abenteuer des kriminalisierenden Pfarrers in der Gemeinde St. Florian geht es deutlich bodenständiger zu als in dem etwas überkandidelten Vorgänger: Der Bischof friert, weil die Heizung umgebaut wird. Braun, gespielt von Ottfried Fischer, soll indes ins Pfarrhaus ziehen, das noch nicht renoviert ist, und aus der stillgelegten Zeche eine Ladung Kohlen organisieren.
Und dann wären da noch die Saarpalomas, ein Chor ehemaliger Bergmanns-Kumpel, die im Gemeindesaal proben und der Frau Rosshauptner (Hansi Jochmann) den Nerv rauben. Auch die fröhlich vor sich hin kotenden Brieftauben der Chormitglieder findet die Haushälterin alles andere als erbaulich. Der Taubenschlag steht nämlich mitten auf dem Grundstück der Pfarrei.
Dann kommt einer der Sangesbrüder zu Tode und Kommissar Geiger (Peter Heinrich Brix) hält das zunächst für einen Unfall, bis der kriminologische Verstand von Pfarrer Braun (Ottfried Fischer) Ungereimtheiten entdeckt. Die Saarpalomas haben die Gelegenheit ihre Hymne „Glück auf“ Der Steiger kommt“ zu schmettern, dem die Folge ihren Titel entlehnt. Gleichzeitig wird dem Bischof von Unbekannten ein alter Kirchenschatz angeboten und der Würdenträger wittert die Chance seine Karriere wieder in Schwung zu bringen.
Jede Menge Kohle
Das Angebot kommt per Brieftaube und, wen wundert‘s, dies stammt aus dem Schlag der Taubenfreunde in St. Florian. Als dann die weiße Botentaube verlustig geht, schickt der Bischof den Monsignore höchstselbst nach St. Florian. Die Rosshauptnerin hat derweil einen stillen Verehrer und findet die Sangesbrüder gar nicht mehr so störend.
Im Gegensatz zum direkten Vorgänger „Im Namen von Rose“ stimmt diesmal wieder alles bei dem kriminalistisch erfolgsverwöhnten Pfarrer. Die Story ist bodenständig und doch vertrackt genug, der Verschwörungsanteil hält sich in jedoch in Grenzen und Ottfried Fischer und Hans Peter Brix liefern sich wieder unterhaltsamere Sprachduelle. Der Floskelanteil ist nicht so überspitzt.
Schacht-Gesänge
„Pfarrer Braun: Glück auf! Der Mörder kommt“ ist ein gelungenes kriminologisches Abenteuer des neugierigen Geistlichen. Das liegt auch an der hochkarätigen Besetzung (unter anderem Dominique Horwitz), die dem Ganzen eine deutlich glaubhaftere Tiefe gibt, als es die Weinköniginnen vermochten.
Und am Ende gibt es wieder eine Versetzung. Die Haushälterin stört es weniger – bei der baufälligen Pfarrei! Fans der Serie kommen sich auch schon auf zwei neue Fälle des Pfarrer Braun freuen, die noch in diesem Jahr ausgestrahlt werden. Die Titel sind schon bekannt: 1000 Schweine und ein Mord“ und „Kur mit Schatten“.
„Glück auf“ Der Mörder kommt“ gehört zu den guten Fällen der erfolgreichen Serie und kann durch ein glaubhaftes Ambiente und eine gute und gleichzeitig bodenständige Story überzeugen, ohne den gewohnten Witz übertreiben zu müssen.
Pfarrer Braun- Folge 16: Glück auf! Der Mörder kommt
Genre: Krimi, TV-Serie
Länge: 90 Minuten, D, 2009
Regie: Wolfgang F. Henschel
Schauspiel: Ottfried Fischer, Peter Heinrich Brix, Antonio Wannek, Hansi Jochmann
FSK: ohne Altersbeschränkung, ab 0 Jahren
Vertrieb: S.A.D. Home Entertainment, Gesamtausgabe bei Pidax
DVD-VÖ: 09.10.2009