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Neuer Deutscher Horrorfilm: Eine Vorstellung in fünf Akten

02.02.18 (Film, Tellerrand)

Demnächst startet der deutsche Horrorfilm „Heilstätten“ in den heimischen Kinos. Ich nehme den Filmstart am 22. Februar 2018 mal zum Anlass auf diesen Seiten in loser Folge ein paar deutsche Horrorfilme der letzten Jahre vorzustellen. Anhand der fünf Beispiele (vielleicht werden es auch sechs) lässt sich zwar kein Gesamtbild des deutschen Genrefilms, speziell des Horror-Films, zeichnen, aber vielleicht ist ja nicht alles so schlimm wie sie uns immer erzählen…Bevor es aber losgeht mit der Filmvorstellung jener exemplarischen filmischen Beiträge der letzten Jahre, die weder vollständig, noch fundiert noch irgendetwas anderes als subjektiv ist, einige Gedanken zu meiner Ausgangsfragestellung: „Genrekost“ aus Deutschland hat ja immer noch einen durchwachsenen Ruf. Warum eigentlich?

In Hollywood gehört das Genrekino ganz eindeutig zum akzeptierten Mainstream der Traumfabrik. In regelmäßigen Abständen werden da Ideen wieder aufgegriffen und neu arrangiert, die eigentlich schon seit Jahren und Jahrzehnten ausgenudelt schienen. Aber Film-und Kinozuschauer wachsen nach und nicht jeder hat die großen Klassiker der jeweiligen Genres schon verinnerlicht. In einer Filmindustrie, die einen ausländischen Film lieber gleich noch einmal dreht, statt ihn zu synchronisieren, oder mit Untertiteln auf das Publikum loszulassen, ist das eine konsequente Marktlogik und es kurbelt auch die Wirtschaft an, denn mit der Zweitverwertung von Filmideen lassen sich Filmprojekte bewegen und Wirtschaftswachstum produzieren.

Genre als Abgrenzungsbegriff umfasst ziemlich viele Spielarten von mehr oder minder Thematisch speziellen filmen. Gestandene Filmemacher – ich sag nur Taratino- bedienten sich schon immer gut und gerne beim Genrefilm. Viele große Regisseure haben durch die anfängliche Eingrenzung ihres Themas in Genregrenzen, ebenjenem Thema eine intensive Zuspitzung ermöglicht. Umgekehrt würden die Grenzen eines Genres immer wieder auch erweitert oder gar gesprengt, indem eine ambitionierte Filmidee am Ende deutlich mehr war als nur filmische Genrekost. Jedes Genre folgt dabei seinen eigenen Regeln und Setzungen. Dem klassischen Western folgte der Italowestern und später der Neowestern.

Aber hier geht es um Horrorfilme: Das Segment der Horrorfilme scheint besonders unkaputtbar zu sein und besonders resistent gegen Neuerungen. Es gibt unterschiedliche Anteile an Übersinnlichen Phänomenen, unterschiedliche Möglichkeiten Spannung zu erzeugen und unterschiedliche Grade an Blutrünstigkeit und Gewalt, die im Horror-genre wesentlich sind.

Dabei hat man schon in meiner Jugend geschimpft, weil gefühlt jeder Aspekt des Horrorfilms ausgelotet erschien. Daran hat sich in den Jahrzehnten kaum etwas geändert. Außer, dass die ungebremste Horror-Film-Produktion, jährlich zu bestaunen beim Fantasy Filmfest, nun zumeist direkt auf Video erscheint und seltener in den Kinos zu sehen ist. Horrorfilme müssen sich auf irgendeine Weise rentieren, sonst würden nicht so viele gedreht werden. Den Zuschauer scheint das alles kaum zu stören.

Wohl aber den deutschen Filmkritiker als Gattungstier, das irgendwie ein Arthaus-Abo eingepflanzt hat und allem, was nicht hintergründiges Drama ist, oft nur schwer etwas abgewinnen kann. Das Land der Dichter und Denker hat eine ziemlich verkopfte Kritikerzunft hervorgebracht, für die Unterhaltung auch immer kulturellen Auftrag beinhaltet. Ich schließe mich da durchaus mit ein. Dass das Medium Film auch zu reinen Unterhaltungszwecken gebraucht werden kann und von Anbeginn an auch wurde (z.b. Charlie Chaplin), wird hierzulande gerne vergessen oder unter den Tisch gekehrt. Aber ich schweife ab. Für den deutschen Genrefilm – und speziell den Horrorfilm – bedeutet das, dass er grundsätzlich schon mal ein Päckchen zu tragen hat, dass die internationale Konkurrenz hierzulande beim Zoll abgegeben zu haben scheint.

Also ein Blick auf den jungen deutschen Horrorfilm in fünf Abschnitten: Den Auftakt macht die Untergrundwanderung „Urban Explorer (2011), dann folgt gruseliges Geocaching „Lost Places“ (2013), in „Hell“ (2011) blicken die Protagonisten in eine düstere Zukunft und in „Wir sind die Nacht“ (2011) tummeln sich Vampire in Berlin bevor es zum Abschluss einen Ausflug in die „Heilstätten“ gibt.

Viel Vergnügen.

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