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Musikalische Gelegenheiten: Ruins- Front The Final Foes

24.01.17 (Musik)

Zu Jahresbeginn angekündigt soll auf diesen Seiten wieder mehr Musik vorgestellt werden. Das muss, da brutstatt aber eine Einmannkapelle ist und bleibt, muss die Vorstellung zwangsläufig willkürlich bleiben. Genre-Grenzen gibt es hier nicht, aber einen Fokus auf Alben, die ich meiner Sammlung hinzugefügt habe. Hier werden also keine Tracks, Experimente, Streams oder ähnliches vorgestellt, sondern physische Tonträger und zwar in ihrer Gesamtheit. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass ich in der Hinsicht alte Schule bin und keinen Lust auf irgend einen internet-Hype habe. Aber genug gelabert: Zum Auftakt gibt es das volle Brett Black Metal.

Neulich hat der Plattenladen meines Vertrauen (wen‘s interessiert, die Plattenkiste in Hamburg) eine umfangreiche Sammlung aufgekauft und braucht Platz in den Regalen. Also wurde ein ganzer Haufen Heavy Metal Alben kurzerhand zum schnäppchenpreis veräußert. Ich bin mit verzerrten Gitarren sozialisiert und stehe auch auf brachialen Lärm. Was in den einzelnen Metal-Spielarten allerdings aktuell abgeht, darüber habe ich längst jeden Überblick verloren. Anyway, viele der Bandnamen sagen mir überhaupt nichts, geschweige denn, dass ich bei den ganzen Schnorkeln und Zacken der Logos irgendetwas lesen konnte. Also Musik nach Cover kaufen. Glücklicher Weise hatte ich Unterstützung von die  mir immerhin die mit einem kurzen Blick von den totalausfällen abriet.

Nu je, bei „Ruins – Front the Final Foes“ konnte ich immerhin den Namen entziffern und hatte derbes Metal-Gelöte erwartet. Als die Scheibe, die 2009 beim Label  Debemur Morti   erschienen ist, dann endlich im CD-Player lag, konnte ich mich auch 8 Songs und eine Spielzeit von 45 Minuten freuen. Und es ging auch gleich mächtig brachial zur Sache.

Anders als bei herkömmlichem Black Metal (sofern von mir angetestet) ist der Sound allerdings ziemlich feist produziert und die Songs sind vergleichsweise abwechslungsreich. Tempiwechsel, Breaks, sogar groovende Passagen  und wuchtig gegrowlte Vocals wussten zu gefallen. Bis dann irgendjemand auf die Idee kam, über die sowieso schon wahnwitzig schnelle Double-Bassdrum technoartig einen monoton gegklöppelten Beat drüberzulegen.

Nachdem mein hysterischer Lachanfall sich gelegt hatte, gab’s auch gleich den zweiten Durchlauf und siehe da –so albern ist das Gedrumme gar nicht, sondern schafft es tatsächlich die Durchschlagskraft der wunderbar gebretterten Passagen noch zu erhöhen. Vor allem gelingt es den Australiern in ihren Songs Atmosphäre zu schaffen und auch die eine oder andere Melodie zu verstecken, was der Musik bei aller Brutalität ziemlich gut zu Gesicht steht. Inzwischen habe ich „Front The Final Foes“ für ein richtig starkes Black Metal Album befunden, das mir mit jedem durchlauf mehr Spaß macht.

Ich lasse mich ja gerne kompetent anschreien und ich habe auch mal zur Bandhistorie recherchiert. „Ruins“ sind im Kern ein australisches Duo, bestehend aus Alex Pope und Dave Haley, die aus Hobart in Tasmanien stammen. Kurz nach der Jahrtausendwende entstand die Band und seitdem haben Ruins, die im Studio als Duo funktionieren und live um einige Mitmusiker ergänzt werden eine EP  vier Alben veröffentlicht. „Front The Final Foes“ von 2009 ist das dritte Album der Black Metaller.

Das Cover scheint mir Genretypsuch verschnörkelt düster, Songtexte sind zwar dabei, aber ebenfalls so abgedruckt, dass es beim Lesen durchaus anstrengend ist, weshalb ich die vermeintlich satanisch-finsteren Ergüsse auch nicht weiter gewürdigt habe. Ist Black Metal, worüber sollen die Jungs schon brüllen?

Als Anspieltipps, falls euch das Album mal über den Weg, kann ich den Opener „Breath of Void“ empfehlen, der mit seinen groovenden Passagen ziemlich eingängig daher kommt, das atmosphärische düster beginnende  „Cult Rapture“, da sich zu einem ziemlichen Hammer steigert und  den Titelsong mit seinem eingängigen Gitarrenmotiv.

Ein abwechslungsreiches und spaßiges Vergnügen für den aufgeschlossenen Black Metal Fan und dem Freund extremer, schneller und verzerrter Sounds.

Album Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Ruins – Front the Final Foes
Genre: Black Metal
Länge: 44 Minuten
Label: Debemur Morti
VÖ: 01.10.2009

  • Songlist:
  • 1. Breath of Void,
  • 2. The Sum of Your Loss,
  • 3. Cult Rapture,
  • 4. Annihilate,
  • 5. Front the Final foes,
  • 6. Hallways of The always,
  • 7. Keeping The Crown,
  • 8. With These Winged Words.

Ruins bei Bandcamp

 

Ein Kommentar

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