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The Shannara-Chronicles – Staffel 1: Elfensteine und ein sterbender Baum

08.04.16 (TV-Serien)

The-Shannara-chronicles-season-1-vorschauIn den USA wird die MTV-Serie „The Shannara Chronicles“, die gerade erst im Januar über den Bildschirm geflimmert ist, schon als das nächste große Ding in Sachen Fantasy gehypt. Die erstaunlich fixe Veröffentlichung als Blu-ray und DVD auch bei uns, macht schon klar, dass da jemand hofft, einen würdigen „Herr der Ringe“ oder „Game of Thrones“-Konkurrenten ins Rennen zu schicken. Und die zehnteilige erste Staffel der Serie kann sich absolut sehen lassen. Aufwendige Schauwerte und ein klassisches, magisches Fantasy-Abenteuer sorgen für sehr kurzweilige Unterhaltung nach den erfolgreichen Büchern von Terry Brooks.

Die menschliche Zivilisation wie wir sie kennen ist seit tausenden von Jahren zerstört und die menschliche Rasse hat sich in Menschen, Gnome, Trolle und Zwerge aufgespalten, allerdings beherrschen Elfen große Teile der bekannten Welt. Der amerikanische Kontinent hat sich in die vier Lande aufgespalten. Technik wurde einst durch Magie ersetzt, aber davon sind inzwischen auch fast alle Spuren verschwunden.

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Die Elfenprinzessin Amberle (Poppy Drayton) bricht ein Tabu, indem sie als erste Frau an dem Auswahlverfahren für die „Erwählten“ teilnimmt. Diese religiöse Kaste ist damit beschäftigt, den Ellcrys zu beschützen und zu pflegen. Dieser magische Baum hat vor dreißig Jahren die Dämonen in die Verfemung verbannt. Doch nun erstarken die finsteren Kräfte wieder und dem Dämon Dagda Mor gelingt es aus der Verbannung zurückzukehren, weil der Ellcrys geschwächt ist.

Bei den Elfen glaubt allerdings kaum noch jemand an Magie und die Geschichte von den Dämonen. Bis Amberle von dunklen Visionen geplagt wird und der Druide Allanon (Manu Bennett) wieder im Königshaus der Elfen auftaucht. Um den Schutz gegen die Dämonen aufrecht zu halten, muss der magische Baum erneuert werden und nach alter Prophezeiung muss dazu dessen Samen ins magische Blutfeuer getaucht werden. Allerdings weiß keiner wo dieser Ort ist.

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Doch viel Zeit bleibt den Auserwählten nicht, um die Bewohnern der vier Lande vor dem Dämonen zu retten. Vor allem, weil ein gestaltwandelnder Dämon die Erwählten mit Ausnahme von Amberle, die sich zufällig davongestohlen hat, niedergemetzelt hat. Bei ihrer Suche nach dem Blutfeuer hat sie nicht nur die Unterstützung des Duiden nötig, sondern auch die Hilfe des jungen Halbelfen Wil Ohmsford (Austin Butler), der nicht ahnt, dass er der letzte Abkömmling der Elfenkönige der Shannara-Blutlinie ist und mit den geerbten Elfensteinen eine starke Waffe besitzt. Allerdings weiß der junge Mann, der gerade erst zur Waise geworden ist, nicht wie er die Magie der Steine erwecken kann, geschweige denn einsetzen soll.

„Die Chroniken von Shannara“ ist eine klassische Abenteuergeschichte, in der die Helden auf eine mystische Suche geschickt werden und auch sich selbst finden müssen. Also in gewisser Weise mal wieder ein Coming of Age Story, die mit allerlei genretypischen Schnickschnack und entsprechenden Nebenfiguren ausgestattet ist. Aber den Erwartungen eines Genres zu entsprechen bedeutet nicht automatisch auch vorhersehbar oder gar langweilig zu sein. Spannend ist immer zu sehen, wie eine entsprechende literartische Vorlage dann umgesetzt ist. Und Alfred Gough & Miles Millar, die Macher der Serie haben sich entschieden die ursprüngliche Shannara-Trilogie um das „Schwert von Shannara“ gar nicht erst zu erzählen, sondern gleich dem modernen Publikumsgeschmack entsprechend mit dem Elfensteinen zu beginnen, die neben Wil auch eine Heldin aufzuweisen haben.

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Die für MTV produzierte Serie wurde in Neuseeland gefilmt und ist mit allerlei aufwändigem CGI optisch sehr beachtlich umgesetzt, dabei unterscheidet sich der eher futuristische Look der Elfenwelt deutlich von „Game of Thrones“ und „Herr der Ringe“, auch dass diverse Artefakte aus unserer Gegenwart in die Handlung eingebaut werden können, weil das Setting wie bei „Planet derAffen“ in der Zukunft liegt, ist ein klarer Vorteil. Wieso dort nach tausenden von Jahren noch Müll aus unserer Zivilisation herumliegt, sollte man dabei allerdings nicht fragen. Auch das Make up und die Kostüme sind absolut gelungen.

Anders als die Konkurrenz auf dem Fantasy-Seriensektor ist „The Shannara Chronicles“ allerdings ziemlich deutlich auf ein jüngeres Zielpublikum zugeschnitten – nach dem MTV-Dauerbrenner „Teen Wolf“ auch kein Wunder – und wendet sich so auch an Zuschauer, die mit den „Tributen von Panem“ oder der „Divergent Series“ in die Kinos zu locken sind. Das ist an sich auch nichts verwerfliches, führt aber bei älteren Semestern vor der Glotze gelegentlich schon zu leichtem Ächzen, wenn schon wieder amouröse Verwirrungen und jugendlicher Wankelmut die Handlung dominieren.

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Die Besetzung kann aber durchaus überzeugen und die jugendlichen Hauptfiguren werden von Poppy Drayton, Ivana Baquero und Austin Butler sehenswert dargestellt. Dazu kommt mit John Rhys-Davis, der als Zwerg bei Herr der Ringe und anderen Rollen schon als Fantasy-Urgestein gelten kann und ein markiger Manu Bennett, der eine Druiden spielt, der sich von Gandalf emanzipiert hat. Auch Bennett hat auf der Leinwand schon Tolkien-erfahrung gesammelt, und war als fieser Albino-Ork Azok in der „Hobbit“-Trilogie zu sehen, außerdem auch als Deathstroke in der Superhelden-Serie „Arrow“. Vor allem aber wirkt die Besetzung insgesamt frisch und die unverbrauchten Gesichter sind eine wohltuende Abwechslung.

Also spricht eigentlich alles für eine Fortsetzung der Serie, bis auf die Tatsache, dass die literarische Vorlage der „Elfensteine von Shannara“ handlungsmäßig ausgeschöpft ist. Terry Brooks hat seine Fantasywelt über 26 Romane in Generationen erzählt und Wil und Amberles Geschichte ist nun eigentlich auserzählt. Es bleibt spannend, ob die Serienmacher sich bei einer Fortsetzung von der Vorlage lösen und das Personal behalten, oder bei einer Fortsetzung auch neun Bildschirmhelden präsentieren werden.

Wer auf epische Schwert und Magie Fantasy (Sword & Sorcery) steht, bekommt mit „The Shannara Chronicles“ die Vollbedienung. Optisch ist die Serie großartig und wer über die bisweilen allzu Teenie-mäßigen Handlungauswüchse hinwegsehen kann, bekommt ein tolles Spektakel geboten.

Movie Rating: ★★★★★★★½☆☆ 

THE_SHANNARA_CHRONICLES_Blu-ray_Packshot3DThe Shannara-Chronicles – Staffel 1
OT: The Shannara Chroonicles Season 1
Genre: Fantasy, Abenteuer, TV-Serie
Länge: 420 Minuten, (10 x 42 Min.), USA 2015
Idee: Alfred Gough & Miles Millar, nach Romanen von Terry Brooks
Regie: Brad Turner , Jonathan Liebesman, James Marshall, Jesse Warn
Darsteller: Austin Butler, Poppy Drayton, Ivana Baquero, Manu Bennett
Vertrieb: Concorde Home Entertainment, MTV
DVD- & BD-VÖ: 07.04.2016

Offizielle deutsche Serie-Homepage

Terry Brooks in der deutschen Wikipedia

Shannara in der englischen Wikipedia

2 Responses

  1. Hallo, gute Kritik! Die Vor- und Nachteile, wenn z.B. der Teenie-Stil kritisch gesehen wird, sind durchaus zutreffend.

    Allerdings komme ich nicht umher, Klugschei*er-mässig ein paar Sachen zu berichtigen:
    – Allanon wird mit 2 ll geschrieben.
    – Die Elfen stammen nicht von den Menschen ab.
    – Cherry Poppins spielt nicht mit.

    Meine eigene Kritik zur DVD-Box: http://popshot.over-blog.de/2016/04/the-shannara-chronicles-dvd-box-zur-ersten-staffel-mit-u-a-austin-butler-und-poppy-drayton.html

  2. danke für das feedback und die berichtigungen. alles richtig, schlecht korrekturgelesen & die elfen falsch vereinnahmt.