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Cowspiracy: Ackerbau und Viehzucht – und die Umweltschützer

18.03.16 (Doku)

Cowspiracy-vorschauIch mag Kühe. Vielleicht liegt das daran, dass ich auf dem Land aufgewachsen bin. Aber wer schon mal einer Herde neugieriger Schwarzbunter in die riesigen Augen geschaut hat, kann sich auch darin verlieren. Und nun sollen diese Wiederkäuer für den Klimawandel verantwortlich sein? Das ist flapsig formuliert nur die halbe Wahrheit, die die hochinformative und sehr kurzweilige amerikanische Doku „Cowspiracy“ von Kip Andersen und Keegan Kuhn auf die Weide bringt. Wie immer ist der Mensch verantwortlich und nicht das Tier.

Im Jahr 2009 veröffentlichte das Worldwatch Institute einen Umweltbericht demzufolge industrielle Viehzucht und Argarwirtschaft der Klimakiller Nummer 1 sind. Ihr Anteil am Klimawandel und der Zerstörung der Umwelt betragt nach diesem Report mehr als die Hälfte. Auf diese Zahlen ist auch der amerikanische Dokumentarfilmer Kip Anderson gestoßen, der seit Jahren versucht, sich so umweltschonend wie möglich zu verhalten. Inspiriert von der Al Gore präsentierten Umwelt-Doku „Eine unbequeme Wahrheit“ (2006) versuchte Anderson  alles dem Individuum mögliche, um das Klima zu schonen.

Cowspiracy-Szenenfoto_1

Wenn aber all das Bemühen so wenig Effekt hat und man mit der agrarindustriellen Viehzucht einen Hauptverursacher klar definieren kann, warum weisen dann die Umweltorganisationen nicht darauf hin und veröffentlichen stattdessen Tipps zum Wassersparen im Haushalt? Auf der Suche nach Antworten stehen die Dokumentarfilmer oft genug vor verschlossenen Türen, bekommen keine Antworten von Greenpeace in San Franzisco, Oceana und anderen Umweltorganisationen. Dann treiben die Filmmacher aber doch noch ein paar Experten auf, die sich zu dem Thema äußern und auch zu dem Schweigen der Öko-Institute. In Europa mag das eventuell nicht in dieser Weise zutreffen. Dennoch, das Prinzip bleibt erhalten und aus der Umweltbewegung ist inzwischen auch ein Industriezweig geworden.

Cowspiracy-Statistik

Flächenverbrauch, Regenwald-Rodung, Düngung und erhebliche Energieverschwendung werden durch die Viehwirtschaft verursacht. „Cowspiracy“ führt Unmengen an Daten auf, die nahelegen, dass wir Menschen die Fleisch- und Milchproduktion global gesehen schleunigst erheblich einschränken müssten, am besten ganz abschaffen. So ließen sich der Klimawandel aufhalten, die Welternährungssituation entspannen, Klimakonflikte verhindern und das Überleben der Menschheit vorerst wieder sichern. Allein, das würde eine erhebliche Verhaltensänderung der Ernährungsgewohnheiten bedeuten und eine andere Politik, die die große Agrarindustrie nicht länger unterstützt. Gegen diese Daten lässt sich nur schwer argumentieren.

Vom persönlichen Ansatz her ist „Cowspiracy“ ähnlich aufgemacht wie Morgan Spurlocks Burger-Experiment „Supersize Me“ (2004) und folgt der Suche nach Erkenntnissen. Dazwischen werden immer wieder Fakten und Daten in animierten Diagrammen und Übersichten eingebaut, das ist beim einfachen Gucken schon ziemlich viel Information, aber dafür sind DVDs ja mehrfach abspielbar. Die deutsche Version der DVD ist mit Voiceover ausgestattet, wem das zu anstrengend ist, der kann auch die untertitelte Originalversion anwählen.  Und wer sich über den Film hinaus mit dem Thema Klimaschutz und Ernährung beschäftigen will, kann eigentlich gleich mit der Doku „Gabel statt Skalpell“ weitermachen.

„Cowspiracy – Das Geheimnis der Nachhaltigkeit“ ist eine sehenswerte Umweltdoku, die man eigentlich jedem ans Herz legen will, der sich für die Zukunft unseres Planeten interessiert. Gucken!

Movie Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Cover_CowspiracyCowspiracy: Das Geheimnis der Nachhaltigkeit
OT: Cowspiracy – The Sustainability Secret
Länge: 86 Minuten, USA, 2014
Regie: Kip Andersen, Keegan Kuhn
Mitwirkende: Kip Andersen, Keegan Kuhn, Michael Pollan, Dr. Richard Oppenlander u. a.
FSK: ab 6 Jahren
Vertrieb: Polyband
DVD-VÖ: 18.03.2016

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