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Bone Tomahawk: Das Grauen lebt in Höhlen

25.01.16 (Film)

Bone Tomahawk (Blu-ray)_2D_vorschauFür seine Rolle in Quentin Tarantinos „The Hateful Eight“ konnte Schauspieler Kurt „Klapperschlange“ Russel seinen Bart gleich stehen lassen, denn zuvor mimte er bereits den Sheriff von Bright Hope in dem Western-Horror „Bone Tomahawk“ der hierzulande auf dem Fantasy Festival zu sehen war und nun bei Constantin direkt für das Home Entertaiment erscheint. Regie–Neuling S. Craig Zahler inszeniert seine epische Rettungsmission in klassischer Manier, allerdings auch mit leichten Schwächen.

Gerade ist das Kaff Bright Hope, irgendwo im amerikanischen Westen um 1800 herum, wie ausgestorben, denn der Viehtreck ist gerade aufgebrochen. Und weil sich Arthur (Patrick Wilson) am Bein verletzt hat, muss er bei seiner Frau  Samantha (Lili Simmons) bleiben. Das hat auch so seine Vorteile, die Arthur allerdings erst nahegelegt werden müssen.

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Da taucht ein Fremder in der Stadt auf und bringt unwissend das Grauen mit in die Gemeinde. Der Fremde ist ein ruchloser Räuber, der Reisende im Schlaf tötet und dann ausraubt, aber bei seinem letzten Überfall ist er mit seinem Kumpel in das heilige Gebiet eine mysteriösen Stammes eingdrungen und nun sind ihm die „Indianer“ auf den Fersen.

Der alte Deputy Chickory (Richard Jenkins) ist der Fremde aufgefallen, weil er vor der Stadt seine Waffen vergraben hat und Sheriff Hunt (Kurt Russel) kassiert den Gauner mittels eines Beinschusses erst einmal ein. Weil der Doktor mal wieder betrunken ist, muss Krankenschwester Samantha den Gefangenen verarzten und wird wie der Gefangene auch von den mysteriösen „Indianern“ gekidnappt.

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Als das Verschwinden bemerkt wird, machen sich Hunt, Chicory, Arthur und  der schnöseliger Brooder (Matthew Fox) auf die Suche nach den Verschleppten. Die Verfolgung ist lang und beschwerlich und die vermeintlichen Indianer erweisen sich als Troglodyten, ein Stamm, der in Höhlen lebt und Menschen frisst. Fragt sich, was die vier Retter da ausrichten können?

Um es gleich vorweg zu nehmen, der Begriff Troglodyten stammt aus der griechischen Antike und bezeichnet eigentlich nur Höhlenbewohner. In S. Craig Zahlers Horror-Western muss der Begriff für das alt eingesessene Grauen herhalten, das schon immer in den Bergen gehaust hat und vor dem sogar die Indianer einen Höllenrespekt haben. Und die gekalkten Wilden sehen auch schon recht finster aus, sofern sie denn mal im Bild erscheinen.

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Denn vor den Horror hat Regisseur Zahler, der auch das Drehbuch schrieb, einen klassischen Western gestellt, der sich seine Zeit nimmt, um die Figuren einzuführen und ein bisschen in ihren Rollen herumposen zu lassen. Die Atmosphäre stimmt und die Landschaftsaufnahmen auch, aber leider hapert es mit dem einen oder anderen Holzhammer-Dialog. Vor allem was der alte Hilfssheriff Chicory so von sich gibt, ist nahezu ähnlich lethal wie die titelgebenden Gebein-Axt. Dabei ist Richard Jenkins („The Visitor“) im Normalfall für jeden Film eine Bereicherung, aber sein Geplapper enthält einfach keine symbolische Ebene, die den Film auf eine metaphysische Ebene hieft.

Es ist immer wieder schwierig, unterschiedliche Genres zu kombinieren. Westen und Horror geben eigentlich eine solide Kombi ab, aber wie schon „Jonah Hex“ (2010) und auch „Gallowwalkers“ (2012) bewiesen haben, muss daraus nicht immer etwas sehenswertes erwachsen. Gelungener als die beiden ist „Bone Tomahawk“ allemal, aber an den erstaunlich überzeugenden „Ravenous“ (1999), reicht  S. Craig Zahlers auf Atmosphäre setzender Horror-Western dann auch wieder nicht heran.

Der Horror und die Action kommen in „Bone Tomahawk“ ein bisschen zu kurz, insgesamt ist der Aufbau des Films zu langatmig und weitschweifig geworden, aber wer sich unterwegs die sonnige Landschaft anguckt, kommt auf seine Kosten.

Movie Rating: ★★★★★☆☆☆☆☆ 

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OT: Bone Tomahawk
Genre: Western, Horror
Länge: 131 Minuten, USA 2015
Regie: S. Craig Zahler
Darsteller: Kurt Russel, Patrick Wilson,  Richard Jenkins
FSK:  ab 18 Jahren
Vertrieb: Constantin Film
DVD- & BD-VÖ: 21.01.2016

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