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Ripper Street – Staffel 2: Korruption und Globalisierung

13.03.15 (Film, TV-Serien)

Ripper Street (series 2)Die erste Staffel der BBC Crime-Serie “Ripper Street“ gehörte für mich persönlich zu den Serienhighlights des vergangenen Jahres. Nun erscheint die 2013 in Irland gedrehte zweite Staffel der Serie auch hierzulande für den Hausgebrauch. Und „Ripper Street“ sorgt erneut für sehr gute historische Thriller-Unterhaltung. Zuschauer können (fast) ansatzlos einsteigen, weil die Serie nicht auf fortlaufender Handlung basiert, sondern einzelne Fälle  aufrollt.

Für Serien-Neuling das Setting kurz noch einmal zusammengefasst: Im Londoner East End 1890 versucht die H-Division der Metropolitan Police für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Doch gerade im ärmlichen Viertel Whitechapel, das vor einigen Jahren durch die „Jack The Ripper“–Morde berühmt berüchigt wurde, ist das alles andere als einfach. Detective Inspector Edmund Reid (Matthew McFayden) hat sich eine schlagkräftige Truppe aufgebaut, in der vor allem der ehemalige Soldat Bennet Drake (Jerome Flynn) und der amerikanische Mediziner Homer Jackson (Adam Rothenberg) tragende Säulen der Verbrechensbekämpfung sind.

RIPPER STREET (series 2)Gleich zu Beginn der zweiten Staffel bekommen es die Londoner Ermittler mit einer neuartigen Droge zu tun, die aus Rohopium gewonnen wird und vielfach stärker wirkt als Morphium. Dabei geraten Reid und seine Männer auch einem Kollegen in die Quere. Jedediah Shine (Joseph Mawle) ist allerdings alles andere als ein vorbildlicher Ordnungshüter. Der ruchlose Inspektor entpuppt sich als korrupt, gierig und kriminell. Doch Reids Bemühungen, dem Kollegen das Handwerk zu legen, verlaufen im Sand der Bürokratie und der schieren Ohnmacht der Polizei, die es sich nicht leisten kann, einen hochrangigen Mitstreiter zu verlieren. In der Folge schlagen sich Reid und seine Truppe mit irischen Bombenlegern, Monstrositätenschauen und radikalen Sekten herum und bekommen Zuwachs von dem unerfahrenen Polizisten Albert Flight (Damien Molony).

Ripper Street (series 2)Mit dem Auftauchen von Jedediah Shine bekommt die Serie „Ripper Street“ ein neues Leitmotiv. Auch wenn der korrupte Polizist nicht in jeder Folge auftaucht, da er für einen anderen Stadtteil zuständig ist, beeinflusst sein Wirken auch die Ereignisse in Whitechapel. Die neuen Fälle der H-Division lassen zu Serienbeginn allerdings etwas an kriminalistischer Qualität und Raffinese vermissen. Das mag der Positionierung der Charaktere geschuldet sein, erreicht aber nicht die Klasse der gesamten ersten Staffel, gleichzeitig ist das immer noch sehr gut produzierte Serienunterhaltung.

RIPPER STREET (series 2)Wer dranbleibt, wird in Serienverlauf auch wieder einige rote Fäden ausmachen können, die sich am Staffelende zu einem gelungenen Finale zusammenfügen. Die Figur des Inspektor Reid rückt dabei in den Hintergrund und Sergeant Drake, der die ehemalige Prostituierte Bella (Gilian Saker) geheiratet hat, rückt ebenso in den Vordergrund wie auch der Mediziner Homer Jackson, der mit Long Susan (MyAnna Buring) momentan alles andere als glücklich verheiratet ist. Susan führt recht erfolgreich ein gehobenes Bordell, hat aber zunehmend Schwierigkeiten mit ihrem „Vermieter“ Silas Duggan (Frank Harper).

RIPPER STREET (series 2)Die Besetzung kann auch mit den charakterstarken neuen Mit- und Widerstreitern überzeugen und vor allem Shine und Duggan bringen eine Ruchlosigkeit in die Serie, die an Martin Scorseses „Gangs of New York“ erinnert und das organisierte Verbrechen im vitorianischen London des  ausgehenden 19. Jahrhunderts auf finstere Weise verkörpert.
Serienerfinder Richard Warlow ist nach wie vor auch für die meisten der Drehbücher verantwortlich und es gelingt ihm aufs Neue, die Zeit und ihre Verbrechen zum Leben zu erwecken. Zusammen mit der herausragenden Ausstattung macht das „Ripper Street“ auch in der zweiten Staffel noch zu einem Serienleckerbissen.

Erstaunlicher Weise hat die BBC die Produktion der Serie, die in Irland hergestellt wurde, nach eben dieser zweiten Staffel eingestellt. Allerdings fand sich mit Amazon gleich ein neuer Produzent, der sich das Serienformat für seinen Streamingdienst sicherte und das Erfolgskonzept bereits in einer dritten Staffel fortgeschrieben hat, die von Fans sogar noch höher gelobt wird als das BBC-Format. Freunde von „Ripper Street“ dürfen sich also über eine Fortsetzung freuen.

Obwohl die zweite Staffel der BBC-Serie „Ripper Street“ zu Beginn nicht an das hohe Niveau und die Spannung der ersten Staffel anknüpfen kann, läuft die historische Thrillerserie nach und nach zu alter orm auf und gehört nach wie vor zu den herausragenden Krimiformaten.

Movie Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Ripper-Street-Season-2-coverRipper Street – Staffel 2
OT: Ripper Street Season 2
Genre: TV-Serie, Krimi, Thriller
Länge: 400 Minuten, (8 × 50 Min. )
Regie: Tom Shankland, Andy Wilson, Christopher Menaul, Kieron Hawkes
Idee: Richard Warlow (auch Drehbücher)
Darsteller: Matthew McFayden, Jerome Drake, Adam Rothberg,
FSK: ab 16 Jahren
Vertrieb: Polyband, BBC
DVD- & BD-VÖ: 27.02.2015

Ripper Street Homepage  bei der BBC

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