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Top 5: Die besten Schauspielerinnen 2010

02.02.11 (Film)

poetry_yunSo langsam muss ich mich sputen, um vor der Berlinale mit meinem filmischen Jahresrückblicken durchzukommen. Aber keine Angst, es folgen nur noch die nach Geschlechtern getrennten Einzelleistungen und zum Abschluss die besten Musikfilme des vergangenen Jahres. Jetzt aber die schauspielerischen Leistungen, die mich am nachhaltigsten beeindruckt haben. Ladies first.

Bullock-verrückt-nach-steveSandra Bullock ist im vergangenen Jahr das außergewöhnliche Kunststück gelungen, gleichzeitig den Oscar und die goldene Himbeere zu gewinnen. Das muss man erstmal hinbekommen. Allerdings passte sich Sandra Bullock in „Verrückt nach Steve“ nur den Gegebenheiten an und verpasste einer überflüssigen und schlechten Komödie ohne jeden Witz und gruseligen Dialogen einen angemessenen Auftritt. Dafür gab es dann den Razzie (Die goldene Himbeere) für die schlechteste Darstellung.

THE BLIND SIDEGleichzeitig überzeugte Frau Bullock in dem herzerwärmenden Sozialdrama „The Blind Side“ als weiße Oberschichtmutti, die einem obdachlosen afroamerikanischen Teenager eine Schul- und Sportkarriere ermöglichte und räumte nicht nur Oscar und Golden Globe ab. Dabei war die Konkurrenz nicht von schlechten Eltern, aber dazu kommen wir noch.

mother_plakatAber nicht nur in den USA gibt es hervorragenden Schauspielerinnen. Bei dieser Gelegenheit geht der asiatische Film immer total unter, erstens, weil das hierzulande ein komplettes Liebhaberthema zu sein scheint, und zweitens, weil die Kolleginnen und Kollegen vom größten und bevölkerungsreichsten Kontinent kulturell anders geprägt sind und häufig deutlich dezenter agieren. Das ist dann einfach nicht so expressiv.

Die Südkoreanerin Hye-ja Kim („Mother“, Regie: John-ho Bong) hätte sicherlich verdient, in diesen Top 5 aufzutauchen, aber auch meine Videothek macht mir einen Strich durch die Rechnung und führt den Titel erst gar nicht (!). Gleiches gilt für Jeong-hi Yun, die in dem südkoreanischen Drama „Poetry“ (Regie: Chang-Dong Lee) eine freundliche, leicht verwirrte Großmutter spielt. Doch der Film hat bislang hierzulande noch keinen Verleih und kommt somit gar nicht erst in die Wertung.

Nun aber endlich zu den

Top 5: Beste Schauspielerinnen 2010

5. Sofie Gråbøl („Kommissarin Lund“)

Sarah Lund

Frau Kommissarin Lund ermittelt wieder und die Rolle der beinahe paranoiden Polizistin bringt die dänische Schauspielerin Sofie Gråbøl mit solcher Bildschirmpräsenz rüber, dass es einen fast körperlich schmerzt, wie wenig sie ihr Privatleben auf die Reihe bekommt. Fast verbissen folgt sie hingegen ihrer berufllichen Intuition auch gegen Widerstände und macht sich bei Vorgesetzten nicht gerade beliebt. Sofie Gråbøl hat schon einige Preise eingeheimst, die Rolle der Kommissarin in „Kommissarin Lund – Das Verbrechen“ brachte ihr in der ersten Staffel eine Emmy-Nominierung ein. Viel zu wenig. Mehr zur Krimi-Serie gibt’s hier. Die dritte Staffel ist übrigens in Arbeit.

4. Sibel Kekilli („Die Fremde“)

DIE FREMDE - UMAY VERBRENNT IHREN PASS

Für die Rolle der Umay in „Die Fremde“ räumt Sibel Kekilli einen wichtigen Filmpreis nach dem anderen ab und das vollkommen zu Recht: Ihre Darstellung der jungen in Berlin aufgewachsenen türkischen Mutter, die versucht, sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen, pendelt souverän zwischen Verzweiflung und Lebensfeude und ist an Intensität im vergangenen Filmjahr in Deutschland unerreicht. Gehört auch zu meinen Drama-Favoriten des Jahres 2010.

3. Melissa Leo („Frozen River“)

Frozen river - Melissa Leo

Auch diese Dame war für ihre Hauptrolle als Ray Eddy in „Frozen River“ schon Oscar-nominiert; allerdings 2008. Seither hat die vielbeschäftigte Schauspielerin in 20 Filmen und zwei Serien mitgespielt und ist nun aktuell wieder für einen Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert: Das Boxerdrama „The Fighter“ (Mit Mark Wahlberg und Christian Bale) kommt im April in unsere Kinos. Über die grandiose, weil schnörkellose Darstellung in „Frozen River“ habe ich mich an anderer Stelle zur Genüge ausgelassen.

2. Gabourey Sidibe („Precious“)

precious

Eine übergewichtigen, beinahe analphabetische farbige Teenagerin zu spielen, die von ihrem Mutter missachtet und ausgenutzt, vom Stiefvater missbraucht und geschwängert wird und dann auch noch viel zu jung Mutter wird, ist definitv eine Herausforderung. Gabourey Sidibe gelingt dies Kunststück in ihrer allerersten Rolle mit beeindruckender Überzeugung. Erstaunlich dabei ist die Wandlung der Precious aus der Opferrolle heraus. Dafür wäre der Oscar 2010 fällig gewesen, aber das Sozialdrama „Precious -Das Leben ist kostbar“ wurde auch so mit Preisen und Nominierungen nur so überhäuft.

1. Noomi Rapace („Millenium-Trilogie“)

Noomi_Rapace_06

vergebung-kinoplakat1.jpgEs gibt ein paar Parallelen im Leben von Precious und Lisbeth Salander, doch die Hackerin nimmt Rache an ihren Quälgeistern. Die schwedische Schauspierin Noomi Rapace wurde nicht nur zur Underground-Ikone sondern für ihre toughe und hochintelligente Lisbeth Salander schon mehrfach ausgezeichnet. Zur Zeit in den längeren TV-Fassungen der drei Stieg Larsson Trilogie „Verblendung“, „Verdammnis“ und „Vergebung“ als Sonntagskrimis im ZDF zu sehen. In Hollywood arbeitet „Social Network“-Regisseur David Fincher an einem amerikanischen Remake von „Verblendung“ mit prominenter Besetzung. Wozu mir nur das Motto der deutschen Filmwirtschaft gegen Raubkopierer einfällt: „Nur Original ist legal!“. Aber nun, Ehre wem Ehre gebührt: Trailer ab.

Ein Kommentar

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